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Stargate SG-1: Regenbögen (Fanfiction)

Regenbögen

Worte: 661
Inhalt: Es war wunderschön und friedlich, als würde das Leben um sie herum eine Pause machen und alles, was schlecht war, könne ihr nichts mehr anhaben.
Charaktere: Vala MalDoran, Jacek
Rating: PG
Setting: Pre-Series
Anmerkungen: Geschrieben für den stargate_las . Prompt: [character] at age 10.
Feedback: Brauche ich wie Luft zum Atmen.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Stargate SG-1 und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

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Der Anhänger reflektierte das Licht der Sonne, das durch das Schaufenster fiel, und brach es in kleine, regenbogenfarbige Flecken, die über das Holz der Wand tanzten und das Mädchen lächeln ließen. Sie drehte die Kette etwas und beobachtete, wie die Regenbögen sich veränderten. Es war wunderschön und friedlich, als würde das Leben um sie herum eine Pause machen und alles, was schlecht war, könne ihr nichts mehr anhaben.

Sie drehte den Kopf, als sich die Tür öffnete und ein Kunde den Laden betrat. Der Ladenbesitzer warf ihr einen letzten misstrauischen Blick zu, bevor er sich voll und ganz seinem Kunden widmete.

Vala zog eine Fratze in seine Richtung und streichelte mit den Fingern ihrer freien Hand über den Anhänger. Die glatte Oberfläche war kühl und erinnerte sie an Diamanten. Sie ging sicher, dass der Ladenbesitzer nicht zu ihr sah und nahm eine der anderen Ketten aus dem Schaukasten zur Hand, während sie die andere in ihre Jackentasche schob. Als der Besitzer wieder zu ihr sah, war sie bereits wieder vollauf mit dem Betrachten der Kette beschäftigt. Es war eine Schwachstelle dieses Ladens, dass es immer mehrere Exemplare des gleichen Schmuckstückes gab. So fiel es nicht so schnell auf, wenn etwas fehlte. Nicht gut für das Geschäft, aber perfekt für Vala.

Sie hustete, um die Aufmerksamkeit des Besitzers auf sich zu ziehen und ließ ihn sehen, wie sie die Kette wieder an ihren Platz zurücklegte. Dann lächelte sie den Mann an und verließ den Laden.

Die Straße war geschäftig. Pferde zogen Kutschen, Händler boten an ihren Wagen die Ware feil und die Geschäfte lockten mit ihren warmen Räumen. Vala grub ihre Hände in die Taschen der dünnen Jacke und blickte hinauf zum Himmel, den stetig fallenden Schneeflocken entgegen. Für einen Moment tat sie so, als sie sie eines der anderen Kinder – auf dem Weg nach Hause zu ihren Eltern. Ein gemeinsames Abendessen, ehe die Schulaufgaben gemacht wurden. Spiele im Schnee mit den Nachbarskindern. Ein warmes Bett.

Dann passierte sie die letzten Häuser und das Tor der kleinen Stadt. Der kalte Wind wehte ihr die Schneeflocken ins Gesicht und der Wald erhob sich dunkel und drohend vor ihr. Die Bäume schützten sie etwas vor dem Wind, aber in ihrem Schatten schien die Welt so viel kälter zu sein.

Sie fand die kleine Höhle, in der sie und ihr Vater Unterschlupf gesucht hatten, sofort wieder und als sie eintrat, blickte er vom Lagerfeuer auf.

“Vala“, lächelte er. “Hast du sie?“

Sie zog die Kette aus ihrer Jackentasche und hielt sie hoch.

“Wunderbar“, sagte er und fuhr ihr liebevoll durch die langen Haare.

Vala setzte sich ans Feuer.

“Können wir nicht in der Stadt übernachten?“ Sie hielt die Kette hoch und versuchte, neue Regenbögen zu erzeugen.

Er seufzte schwer.

“Liebling, ich werde überall in der Gegend gesucht. Es ist doch nur noch heute. Morgen treffe ich Boras und er hilft uns, an den Wachen am Ring vorbeizukommen.“ Er lächelte. “Ich weiß auch schon, wo wir dann hin gehen. Es ist ein kleiner Planet. Etwas außerhalb von Chronos Reich. Der Planet heißt Grana. Warm, ein Sandstrand ...“

Sie zuckte mit den Schultern.

“Klingt gut“, antwortete sie leise.

Er seufzte und setzte sich neben sie.

“Ich weiß, momentan ist es schwer.“ Er stupste den Anhänger der Kette an. “Aber auf Grana schätzen sie solchen Schmuck. Für die Kette kriegen wir bestimmt ein paar Übernachtungen in einem der besseren Gasthäuser. Ich treffe Tiana und spätestens in einer Woche sind wir reich.“

“Und wenn sie dich fangen?“, fragte Vala. “Wie vor ein paar Tagen?“

“Dann breche ich wieder aus.“ Er legte einen Arm um ihre Schultern. “Mach dir keine Sorgen, mein Schatz. Ich habe mit Tiana alles sorgfältig geplant. Es wird funktionieren. Und wir werden reich.“

Das sagte er seit Jahren.

Vala hielt die Kette höher, auf der Suche nach der richtigen Position, um das Licht des Lagerfeuers zu brechen.

Auf der Suche nach Regenbögen.


ENDE
10/10

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