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Torchwood: Falsche Wahrheit (Fanfiction)

Falsche Wahrheit

Worte: 3.438
Inhalt: Ianto weiß, dass etwas nicht ganz stimmt, aber er hat keine Ahnung, was es sein könnte.
Charaktere: Ianto Jones, Jack Harkness, Adam
Pairing: Jack/Ianto, Ianto/Adam
Rating: NC-17
Spoiler: Cyber Woman, Timeo Danaos, Sie haben Suzie schon wieder getötet, Das Ende aller Tage, Kiss Kiss Bang Bang, Adam
Setting: direkt vor Adam
Warnungen: Dub-Con
Anmerkungen: Inspiriert durch The Safety of a Warm Coat von louiex . Wer gut englisch beherrscht, sollte es wirklich mal lesen, die Story ist fantastisch. Aber beachtet die Warnungen im Header. Zufällig passt diese Story zur tw_classic  Challenge #3: Memory.
Feedback: Brauche ich wie Luft zum Atmen.
Beta: alt_universe_me  und Vistin, die mir mit ein Paar Gedanken und Worten geholfen haben.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

***
***


"Not even Gwen, not even his precious Gwen clued him in, no it was you.
I want to see more, what makes you so god damned special that he wouldn't believe what you yourself knew to be true."
(The Safety of a Warm Coat by louiex )



Etwas stimmte nicht. Es war eine nagende Gewissheit, die ihn verstörte und verwirrte. Etwas stimmte nicht und die Tatsache, dass er nicht wusste, was es sein könnte, trieb ihm Tränen in die Augen. Ianto ahnte nur, dass er etwas verloren hatte. Er war sich nicht sicher, was oder wann es passiert war, denn eigentlich war seines Wissens nach im Moment alles in seinem Leben in bester Ordnung.

Er sah sich in der Touristen-Information um, suchte die Regale mit den dekorativ drapierten Katalogen ab, die Postkarten und die kleinen Stapel aus Flyern. Alles war in Ordnung. Aber er hatte Angst. Er versuchte, es wegzuschieben, aber da blieb dieses unbestimmte Gefühl, dass etwas fehlte. Etwas, das ein riesiges, scharfkantiges Loch in seine Seele riss.

Er drehte sich vom Hauptraum weg und ließ sich auf den unbequemen Stuhl im Hinterzimmer fallen. Akten stapelten sich neben seiner Tastatur und ein Post-It klebte am Computerbildschirm.

Stifte kaufen

Er schloss die Augen und versuchte, Ruhe in den Erinnerungen an muskulöse Arme zu finden, die ihn umschlossen, in Erinnerungen an einen Körper, der ihn in die Matratze drückte, in Erinnerungen an Wärme und Lachen und Vertrauen. Aber es half nicht, fühlte sich falsch an. Deplatziert.

Seine Handgelenke wurden gepackt, er wurde an die Wand im Korridor gedrückt.

"Du dachtest wirklich, dass du damit davon kommst?"

Ianto versuchte sich zu wehren, aber er war zu überrascht von dem plötzlichen Angriff in diesem sicheren Gebiet, das seine Archive darstellen. Er wurde herumgedreht und eine Hand traf ihn im Gesicht. Er stürzte - rauer Zement unter seinen Händen, der seine Handflächen aufschürfte. Heftige Tritte gegen seine Rippen, die ihm den Atem raubten. Eine Waffe wurde entsichert und der Lauf drückte sich an seinen Hinterkopf. Ianto atmete erschrocken ein und hielt still.

"Bitte", flüsterte er. "Es tut mir leid."


Sein Computer gab ein Geräusch von sich und Ianto erschrak. Er wischte sich über das Gesicht - fand Tränen und klamme Haut. Er erstarrte und schluckte. Kontrolle kehrte nur zögerlich zurück, aber Ianto konnte sie greifen und sich mit einem leisen Räuspern wieder auf das hier und jetzt konzentrieren. Er öffnete die E-Mail.

Hallo, mein Hübscher!

Abendessen? Bei dir? Ich koche. Ich habe dir etwas vorzuschlagen. Hör dir an, wie erwachsen das klingt. :)


Ianto starrte auf die Worte. Sie verschwammen, als die Kontrolle sich verlor und sich neue Tränen bildeten. Seine zitternde Hand fand die Tastatur. Er schrieb ein Wort, nur eines. Fünf Buchstaben.

Gerne

***

Das Bett war warm, von zwei Körpern aufgeheizt. Ianto starrte auf die grün beleuchteten Zahlen seines Weckers, neben dem sanften Licht der Stadt, das durch seine Vorhänge gefiltert wurde, die einzige Lichtquelle. Es war gerade kurz nach elf, ziemlich früh für seine Verhältnisse, aber er war müde.

"Du bist so still heute."

Ianto antwortete nicht. Er lag auf der Seite, fühlte sich trotz des langärmligen Shirts und der Hose verletzlich und entblößt. Ihm rannen wieder Tränen über die Wangen, was sein Liebhaber nicht wissen konnte. Ianto wusste nicht, was mit ihm nicht stimmte, aber er bekam Angst, dass er endgültig den Verstand verloren hatte. All die Jahre bei Torchwood – zuerst in London und dann hier ... möglicherweise hatte das Auswirkungen auf ihn gehabt, die sich jetzt erst bemerkbar machten. Dabei hatte er keinen Grund, sich unglücklich zu fühlen. Alles war, wie es sein sollte. Eigentlich war alles sogar ziemlich perfekt. Sein Freund wollte bei ihm einziehen. Ianto sollte glücklich sein, aber das war er nicht. Er fühlte sich nur leer.

Eine Hand berührte seinen Oberarm und Ianto zuckte zusammen, zog die Schultern hoch. Er zitterte plötzlich und wusste nicht wieso. Es gab keinen Grund Angst zu haben. Er hatte nie zuvor Angst gehabt – nicht in einer Situation wie dieser.

Wärme drückte sich an seinen Rücken und Arme schlossen sich um ihn.

"Bist du sicher, dass das okay für dich ist?" Ein Kuss fiel auf seine Schulter. "Ich liebe dich. Ich will mit dir zusammenziehen, aber nur, wenn du es auch willst."

"Ich bin glücklich", flüsterte Ianto.

Ein Seufzen. Hände strichen über seinen Rücken zu seiner Schulter und wieder zurück, versuchten, ihn zu beruhigen und schafften es nicht.

"Warum weinst du dann?"

Ianto schluchzte. "Ich weiß es nicht."

"Doch. Sag es mir."

Ianto atmete durch.

"Es ist nur ... ich denke ..." Er seufzte, als ein ermutigender Kuss in seinem Nacken platziert wurde. Ianto schloss die Augen, als würde es so leichter werden, es zuzugeben. "Ich vermisse Jack."

"Oh, Ianto!", seufzte Adam. "Du musst ihn langsam loslassen, okay?" Er drehte Ianto auf den Rücken und lehnte sich über ihn, eine Hand auf seiner Schulter. "Er hat versucht, dich umzubringen, erinnerst du dich?"

"Du dachtest wirklich, dass du damit davon kommst?"

Adam lächelte.

"Weil er eifersüchtig auf das ist, was wir haben. Eifersüchtig, weil ich derjenige war, der nach Lisas Ausbruch für dich da war. Wütend, dass du ihn überhaupt hintergangen hast. Deshalb haben Owen und ich ihn eingesperrt und nur daher habe ich das Kommando bei Torchwood 3 übernommen. Du musst dich erinnern." Adams Lippen streiften seine. "Du hast Angst, aber ich werde nicht zulassen, dass dir etwas passiert, das weißt du, oder?"

Und plötzlich ergab alles wieder einen Sinn. Es war, als würde sich ein Puzzle in seinem Kopf zusammensetzen und Ianto fühlte sich leichter und sicherer. Er lächelte.

"Ja. Ich erinnere mich." Er kam sich plötzlich so dumm vor. Adam war hier, mit ihm, und er konnte nur an Jack denken, der niemals mehr gewesen war als jemand, mit dem er ab und zu geschlafen hatte, um sein Vertrauen zu gewinnen und Lisa zu verstecken. Adam … Adam war mehr als das. Sein Freund, seit 15 Monaten sein Lebenspartner. Er hatte Glück, dass er ihn hatte.

"Ist schon okay", beruhigte Adam ihn. "Du bist nur verwirrt. Das kann jedem passieren." Er legte sich auf Ianto und küsste ihn. "Du darfst nur nicht vergessen", flüsterte er, während seine Finger in Iantos Hose krochen und warme Haut berührten, "dass ich derjenige bin, der dir hilft, wenn du Probleme hast. Ich bin derjenige, der dich liebt und unterstützt." Er grinste und küsste Iantos Kinn. "Der dich fickt."

Ianto keuchte, als Adams Hand sich um seinen Schwanz schloss. Adam lachte leise. Iantos Beine legten sich um Adams Hüften und er stöhnte auf, verloren in aufsteigender Erregung. Adam nickte.

"Das stimmt. Du gehörst mir, erinnerst du dich? Niemandem sonst. Nur mir."

***

Jack hielt Ianto fester. Der junge Mann lachte, sorglos und fröhlich. Regen schlug ihnen ins Gesicht, ließ Haarsträhnen an Jacks Stirn kleben und er grub seine Nase in Iantos ebenso nasses Haar, das nach Regen und auch etwas nach Iantos Shampoo schmeckte. Sie standen auf dem Dach des Millenium Centers, mitten in einem Sturm, klatschnass, und Jack hatte sich lange nicht mehr so lebendig gefühlt. Ianto drehte sich zu ihm um und drückte ihre kalten Lippen zusammen, küsste Jack leidenschaftlich, bevor er die Arme ausstreckte, sich zurücklehnte und darauf vertraute, dass Jack ihn nicht fallen ließ.

"Das ist der Beweis, Jack", lachte er. "Du bist zurück. Es war nur ein Alptraum. Du bist wirklich wieder hier." Er küsste Jack wieder, zärtlicher diesmal. "Du bist für uns zurückgekommen."


Jack wachte auf. Seine Zelle war schwach vom Licht des Korridors erhellt. Die Realität erstickte ihn fast und machte es ihm schwer, sich an den Gefühlen festzuhalten, die er im Traum gespürt hatte. Doch dann ließ er sie freiwillig los. Es war nie passiert. Er konnte den kleinen Verräter doch nicht einmal ansehen! Jack stand auf und begann, in seiner kleinen Zelle auf und ab zu gehen. Er hatte ihm vertraut, ihn von der Straße geholt, als niemand ihn wollte. Ianto hatte es verstanden, die richtigen Knöpfe bei Jack zu drücken und er war sogar mit ihm ins Bett gegangen – nicht, weil er es wollte, sondern weil er dachte, er müsste. Und dann hatte er die Kontrolle über das Cyberwesen verloren, das er in Jacks Basis versteckt hatte. Und es war seine Basis, egal, was dieser verdammte Bastard Adam behauptete! Oder Owen, Gwen und Tosh.

Jack hob den kleinen Nachttisch hoch, der neben seinem Feldbett stand und warf ihn gegen die Wand. Seit fast zwei Jahren hielten sie ihn jetzt hier fest. Er musste hier raus. Er musste zu Ianto und … weil … etwas nicht stimmte. Etwas viel tieferes als die Tatsache, dass er in dieser Zelle saß. Etwas … das er nicht verstand.

Er vergrub das Gesicht in den Händen und schluchzte. Es war soweit – er wurde verrückt. Er hatte lange genug durchgehalten.

Er lachte hysterisch. Ianto war derjenige gewesen, der ihn betrogen hatte, und wenn Adam sich nach Lisas Tod nicht für Ianto eingesetzt hätte, dann hätte Jack ihn getötet. Aber Adam hatte seinen Einfluss über Jack ausgenutzt und ihn davon überzeugt, dass Ianto ihnen eine Hilfe sein könnte. Dieser Verräter. Iantos Anwesenheit hatte Jack nur von Tag zu Tag wütender gemacht und er sah Jack seit dem Zwischenfall mit Lisa nicht einmal mehr an. Und dann fing er auch noch etwas mit Jacks Vertrautem an. Jack wunderte es gar nicht, dass er in den Archiven kurzzeitig die Kontrolle verloren hatte und er bereute nicht ein Wort, nicht eine Tat.

"Du dachtest wirklich, dass du damit davon kommst?"

Ianto hatte nicht mal die Kraft gehabt, ihn abzuwehren. Er war reine Platzverschwendung. Jack lächelte, seine Waffe an Iantos Kopf gedrückt.

"Bitte", flüsterte Ianto. "Es tut mir leid."

"Das reicht nicht, du kleiner Verräter! Adam wird dich dieses mal nicht beschützen können."


Er hatte sich geirrt. Adam und Owen waren in diesem Moment in die Archive gestürmt, die Waffen auf Jack gerichtet. Und für diesen Angriff hatten sie ihn hier eingesperrt. Sie sagten es nicht offen, aber Jack war sich sicher, dass das Team nicht wusste, was sie mit ihm machen sollten – und das seit Jahren.

Jack schluchzte. Ein ersticktes, leises Geräusch. Als er seine Wange berührte, fand er Tränen. Etwas stimmte nicht. Es war ein tiefgreifendes, unheimliches Gefühl. Das Wissen, dass … etwas … nicht stimmte.

***

Da Ianto nicht schlafen konnte, hatte er ihr gemeinsames Bett verlassen und saß nun im Wohnzimmer. Er starrte auf die Tasse, die auf dem Kaffeetisch stand. Sie war weiß und hatte ein großes Smiley auf der Seite.

Jack zog die Tasse aus einer Einkaufstüte und stellte sie auf die Arbeitsplatte in der Küche.

"Wofür ist die?", fragte Ianto und nahm die Tasse hoch, um sie anzusehen.

"Es ist eine Erinnerung", antwortete Jack und grinste.

"Woran?"

Jack stellte sich hinter ihn und legte die Arme um seine Hüfte, um ihn an sich zu ziehen. Sein Mantel war kalt und feucht vom Regen und dem eisigen Wind draußen. Seine kühlen Lippen drückten einen Kuss auf Iantos Wange.

"Du hast so viel überlebt. Und trotzdem machst du immer weiter. Ich habe nur Angst, dass du das niedliche Lächeln verloren hast. Ich sehe es kaum noch."

"Kannibalen können diese Auswirkung haben", antwortete Ianto. "Oder Aliens, die das Herz deiner besten Freundin brechen oder tote Kolleginnen, die eine von uns töten wollen." Er drehte den Kopf und sah Jack an. "Es geht mir gut. Ich fange mich immer."

"Aber du musst auch lächeln", sagte Jack leise. "Nicht bloß weiter machen, Ianto Jones, du musst auch lächeln."


Kannibalen. Mary. Suzie. Das war alles nach … nach Jacks Versuch …

Ianto stand auf und ging in die Küche. Er musste sich diese Erinnerung einbilden. Er musste! Weil das nie passiert war. Jack hasste ihn und er hatte versucht, ihn zu töten. Wegen Iantos Betrug.

Ianto lehnte sich an die Arbeitsplatte und atmete tief durch. Er fühlte sich wie ein Betrüger. Er konnte keine Gefühle für Jack haben. Er hatte Adam und sie waren glücklich und wollten zusammenziehen. Und dennoch … etwas stimmte nicht. Und zum ersten Mal machten sich ernsthafte Zweifel in Ianto breit.

***

Jack kämpfte gegen den Drang an, auf und ab zu gehen. Mit dem ersten Traum … der ersten Erinnerung … waren inzwischen andere gekommen. Immer er und Ianto – flirtend, küssend … beim Sex. In Situationen, von denen Jack glaubte, dass sie nie passiert waren, aber alles schien so real. Er lag auf seinem Feldbett, unter der dünnen Decke, und er wollte Ianto bei sich haben. Seinen Körper neben sich spüren, warm und atmend und im Schlaf lächelnd, wie immer, wenn der Riss ruhig und alles nicht so hektisch war wie die meiste Zeit. Aber woher wusste Jack solche Dinge überhaupt?

Er setzte sich auf und sah zu der Kamera im Korridor, die seine Zelle beobachtete. In der Basis würde jetzt niemand mehr sein, der ihn kontrollierte. Es war spät. Alle waren sicher schon zu Hause. Jack hatte schon zuvor versucht, auszubrechen, wenn das Team nachts nicht da war. Ein hoffnungsloser Fall. Die Zellen waren ein Kunstwerk, sein eigenes Meisterwerk, gebaut, niemanden hinein oder hinaus zu lassen – nicht mal ihn selbst. Aber Jack musste jetzt raus, er brauchte die Aufmerksamkeit des Teams. Er war sich nun beinahe sicher, was passiert war, obwohl er nicht wusste, warum oder wie.

Jemand hatte ihm Ianto weggenommen. Und er hatte es geschehen lassen
.
***

Ianto war verzweifelt. Fotos – nicht viele, aber genug, um Übelkeit zu erzeugen – lagen um ihn herum verteilt, wiederentdeckt, während einer raschen Suche in seiner Wohnung. Lächelnde Gesichter – Gwen Owen, Tosh, er selbst, sogar Rhys … kein Adam. Stattdessen: Jack. Mit den Armen um Ianto oder einer Hand auf seiner Schulter, lächelnd und immer neben ihm. Fotos, auf deren Rückseite Iantos unordentliche Handschrift bezeugte, dass sie aus einer Zeit stammten, in der Jack bereits in seiner Zelle gesessen hatte. Und mit den Fotos kamen die Erinnerungen. Das Team in Pubs und Restaurants. Jack nach Lisas Tod, immer da, verletzt von Iantos Betrug aber bereit, ihm zu vergeben. Ihr erster Kuss nach Mary, nachdem sie einer erneuten sexuellen Beziehung über Wochen aus dem Weg gegangen waren. Jack, der sie verließ und zurückkehrte, ungeschickte Dates und leidenschaftlicher Sex.

"Was tust du da?", fragte Adam mit wütender Stimme und Ianto drehte sich zu ihm um.

Er wich instinktiv zurück und drückte sich an sein Bücherregal.

"Wer bist du?", fragte er.

Adam runzelte die Stirn.

"Ianto, was meinst du? Ich bin's."

"Nein", antwortete Ianto. "Ich weiß nicht, wer du bist. Wir sind keine Partner. Ich habe dich vor diesem Nachmittag noch nie gesehen. Ich bin mit Jack zusammen."

Adams Gesichtsausdruck verdunkelte sich und mit seinen nächsten Worten wurde eine vage Vermutung eine eiskalte Gewissheit: "Du bist zu clever. Ich hätte dich auch einsperren sollen. Aber nein, ich fand dich zu niedlich. Ich hätte Tosh nehmen müssen statt dir."

Als Adam auf ihn zukam, stand Ianto auf, aber Adam war schneller und schlug ihm ins Gesicht. Ianto fiel und schlug sich den Kopf am Bücherregal an. Adams Hand packte sein Haar und er drückte Ianto mit seinem Körpergewicht zu Boden. Ianto schaffte es, ihn mit dem Knie in den Schoß zu treffen und Adam schrie auf, bevor er wütend das Gesicht verzog und brutal Iantos Kopf auf den Boden schlug. Ianto verlor einige Sekunden und machte ein erschrockenes Geräusch, als Adam ihm plötzlich ganz nahe war, als wolle er ihn küssen. Heißer Schmerz durchzuckte seinen Schädel und Ianto schrie. Adam presste eine Hand auf seinen Mund.

"Sei still, Liebling. Wir wollen doch nicht die Nachbarn wecken." Er lächelte. Der Schmerz klang ab, aber Ianto fühlte sich schwach. Seine Hände versuchten, Adam wegzuschieben, aber er hatte nicht genug Kraft.

Adam lachte.

"Es war so leicht, euch zu manipulieren. Euch alle. Ich musste euch nur zu eurer Basis folgen und eure Erinnerungen verändern – bei einem nach dem anderen. Nicht mal der Captain konnte mir entkommen. Wer hätte das gedacht? Die Isolationseinheit, die Tosh und Owen zurück gebracht haben – sie haben sie fallen gelassen. Ich denke mal, das haben sie nicht erzählt. Warum sollten sie auch? Sie dachten, es wäre nichts passiert. Aber ich bin entkommen. Ihr Menschen. So dumm."

Ianto sammelte seine Kräfte und wehrte sich, versuchte, Adam weg zu stoßen, aber er war noch immer benommen und allmählich schlich sich Verwirrung in seine Gedanken. Bewusstlosigkeit zerrte an ihm, aber er weigerte sich, ihr nachzugeben. Adam tat etwas, dass Iantos Kopf wie Feuer brennen ließ. Er schrie gegen Adams Hand.

"Aber an diese Geschichte wirst du dich nicht erinnern", keuchte Adam. "Jedenfalls nicht ganz." Er lachte. "Ich werde nicht gehen." Der Schmerz verschwand und Adams Gesichtsausdruck wurde traurig, er hatte Tränen in den Augen. Iantos Atem ging nur stoßweise, als wolle er den Schmerz über seine Lunge aus dem Körper verbannen und er drückte schwach gegen Adams Brust.

Adam schien es nicht mal zu bemerken.

"Alle wollen mich immer wegschicken. Ich habe nichts falsch gemacht. Ich habe nie etwas falsch gemacht. Sie machen immer alles kaputt. Meine schönen Erinnerungen. Die ich nur für sie kreiert habe." Sein Ausdruck wurde zu Stein. "Nie wieder." Er grinste. "Ich weiß jetzt, dass ich dich und deinen geliebten Captain nicht trennen kann." Er lachte und der Schmerz wurde unerträglich. "Du wirst also alles vergessen, was ich dir gesagt habe. Erinnere dich nur an das hier ..."

***

Jack drehte sich zur Zellentür um, als schnelle Schritte sich näherten.

"Jack!", rief Ianto und blieb vor der Zelle stehen.

Der Captain lächelte erleichtert und drückte seine Hände gegen das Plastik. Dann sagte er schnell: "Ianto, unsere Erinnerungen-"

"Ich weiß." Ianto lächelte, froh, dass Jack die Lüge von alleine bemerkt zu haben schien. Er gab den Code für die Zelle ein.

Die Tür öffnete sich und sie fielen sich in die Arme. Jack vergrub sein Gesicht in Iantos Halsbeuge und atmete tief ein. Dann hob er den Kopf.

"Ich habe dich also nie verletzt?"

Ianto schüttelte den Kopf.

"Nein. Etwas hat unsere Erinnerungen verändert. Es ist diesen Nachmittag passiert. Owen und Tosh haben diese Isolationseinheit mitgebracht, weißt du noch? Darin war etwas ... Tosh und ich haben ein paar Systemkontrollen durchgeführt und es sind noch immer Reste davon in der Luft." Er lächelte schwach. "Wir wissen nicht, wie, und wir werden es wohl nie erfahren. Die Luft in der Basis ist jetzt fast sauber. Tosh glaubt es war eine Art Waffe. Um Organisationsstrukturen zum Zusammenbrechen zu bringen."

Jack war das in diesem Moment egal. Er zog Ianto wieder näher.

"Ich bin nur froh, dass es vorbei ist."

"Ich auch", antwortete Ianto. Er küsste Jack. "Lass uns nach oben gehen."

"Warte", sagte Jack und Ianto drehte sich zurück zu ihm.

"Ja?"

Jack zögerte einen Moment und verschränkte die Arme.

"Du und Adam … meine falschen Erinnerungen sagen mir, dass er ..."

Ianto senkte beschämt den Blick.

"Sie sind falsch, aber … wir sind vor ein paar Stunden zu mir nach Hause gegangen." Er rieb sich das Gesicht und drehte sich weg. "Es tut mir leid."

Jacks Hände auf seinen Schultern waren warm.

"Ist okay." Jack küsste seinen Kopf und Ianto lehnte sich gegen seinen Oberkörper zurück.

Hinter ihnen sagte Adam: "Mir tut es auch leid, Jack."

Sie drehten sich zu ihm um. Er lächelte.

"Ich meine, Ianto ist ein toller Kerl, aber … ich bin an jemand anderem interessiert. Und selbst wenn ich Gefühle für ihn hätte ..." Er legte seine Hand auf Jacks Schulter. "Er gehört zu dir und ich bin dein bester Freund, denk daran, okay?"

Jack nickte und zog Ianto näher. Adam legte seine andere Hand auf Iantos Schulter.

"Wann immer ihr an das denkt, was die letzten Stunden passiert ist, müsst ihr euch daran erinnern, dass dieses Gift aus der Isolationseinheit Schuld ist."

Jack nickte wieder. Er ließ Ianto los, um Adam in eine kurze Umarmung zu ziehen. Adam grinste breit, als er ihn losließ.

"Also, Tosh und Owen wissen Bescheid und Owen meint, er will uns alle untersuchen, um sicherzugehen, dass es uns gut geht. Ich sehe euch also oben." Er drehte sich weg und kehrte in den Hauptraum der Basis zurück.

Jack legte einen Arm um Iantos Schultern und zog ihn für einen zärtlichen Kuss zu sich. Sein Daumen fuhr über einen sich langsam abzeichnenden blauen Fleck auf Iantos Wange.

"Wo kommt das her?"

"Oh!", machte Ianto und wurde rot. "Als meine Erinnerungen zurückkamen habe ich … Adam angegriffen."

Jack lachte leise. Ianto verzog das Gesicht.

"Was denn? Ich bin aufgewacht und er lag in meinem Bett. Ich habe nur reagiert. Er hat mich von sich gestoßen und ich bin gegen den Nachttisch gefallen. Owen sagt, es ist nichts weiter." Er seufzte tief. "Ich bin so froh, dass Adam mich nicht für verrückt gehalten sondern mir geglaubt hat. Seine eigenen Erinnerungen sind erst etwa zehn Minuten später zurückgekommen."

"Er ist ein toller Kerl", sagte Jack und rieb seine Wange in Iantos Haar.

Ianto nickte.

"Nur manchmal etwas einsam."

Jack seufzte und küsste Ianto wieder.

"Er wird jemanden finden. Irgendwann."

Ianto nickte zustimmend und zog Jack in eine erleichterte Umarmung.


ENDE
11/10


Komplette Fanfiction Masterlist

Comments

( 3 comments — Leave a comment )
pechfeder
Feb. 7th, 2013 09:25 am (UTC)
Mit Adams Fähigkeiten kann viel spielen, wie du in dieser FF bewiesen hast.
Nur eine von vielen Möglichkeiten und vielleicht fallen dir ja noch weitere ein. Man könnte ganze Folgen umschreiben, wenn er sich geschickter versteckt und man ihn nicht entdeckt und aus den Erinnerungen gelöscht hätte.

Großes Lob!

LG,
Federchen
jolinarjackson
Feb. 7th, 2013 11:19 am (UTC)
Danke. :)
Ich schreibe gerade eine längere Fanfic mit Adam darin. Sie ist aber noch in Arbeit.
pechfeder
Feb. 7th, 2013 04:35 pm (UTC)
Dann kann man ja schon gespannt sein.
Gut Ding will Weile haben.
( 3 comments — Leave a comment )