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Unerwartetes Glück

Worte: 4.558
Inhalt: Tosh wird schwanger. Überraschenderweise ist Ianto der Vater und sie entscheiden, das Baby zu behalten. Jetzt müssen sie sich vorbereiten.
Charaktere: Toshiko Sato, Ianto Jones, Jack Harkness, Owen Harper, Gwen Cooper, Rhys Williams, Andy Davidson, OCs
Pairing: Jack/Ianto, Ianto/Tosh (angedeutet)
Rating: PG-13
Setting: Season 2
Warnungen: AU, schwangere!Tosh, süßer als Zuckerwatte
Anmerkungen: Geschrieben im Rahmen der torchwood_fest  Christmas Challenge für alt_universe_me . Sie wollte Ianto und Tosh, die als gute Freunde gemeinsam ein Baby bekommen und zwar im klassischen 'Aliens haben sie gezwungen'-Stil. Sie wollte auch einen begeisterten Jack.
Feedback: Brauche ich wie Luft zum Atmen.
Beta: danian , die das hier wirklich kurzfristig und schnell übernommen hat. Danke!
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

***
***


Es war ein tröstender Gedanke, dass, nach allem, was sie gemeinsam durchgemacht hatten, nichts das Team wirklich hatte zerstören können. Es hatte Streits gegeben, sogar Gewalt, aber sie hatten immer wieder zueinander gefunden. Nach Feierabend konnten sie immer wieder gemeinsam im Konferenzraum sitzen, Fast Food essen und über die Dinge reden, über die keine normalen Menschen mit normalen Jobs sprachen. Jack schätzte das an seinem Team. Verlässlich, stark, tapfer und jeder von ihnen wertvoll auf ganz individuelle Art.

Doch jetzt, als er Tosh und Ianto zusammen auf der Couch sitzen sah, war er besonders froh darüber. Denn wenn es eine Freundschaft gab, die er nicht zerbrochen sehen wollte, dann war es ihre.

Tosh weinte und Ianto hatte einen Arm um sie gelegt. Gwen saß auf dem Kaffeetisch und hielt Toshs Hand. Sie tauschte besorgte Blicke mit Ianto aus.

Jack wandte sich ab, ging um seinen Schreibtisch herum und setzte sich in seinen Stuhl. "Bist du sicher?", fragte er.

Owen, auf einem der anderen Stühle sitzend, verdrehte die Augen. "Jack, ich bin zwar kein Experte auf dem Gebiet, aber ich denke, eine Schwangerschaft kann ich noch erkennen." Er seufzte tief. "Tosh ist schwanger und da sie in den letzten Monaten keinen Sex mit irgendjemand anderem als Ianto hatte, sagt sie zumindest, ist Ianto zweifellos der Vater."

"Verdammt."

"Genau", meinte Owen langsam. "Wer hätte gedacht, dass ich das jemals sagen würde?"

Jack schüttelte den Kopf und lehnte sich zurück. "Das ist meine Schuld."

"Sei nicht albern", schnaubte Owen. "Du hättest das nicht wissen können."

"Ich hätte sie nicht allein lassen sollen", insistierte Jack.

Vor etwas mehr als einem Monat war das Team einem Riss-Alarm nachgegangen und hatte in den Brecon Beacons einen einfachen, schwarzen Quader gefunden, der die Größe eines Schuhkartons hatte. Sie hatten ihn in die Basis gebracht und Tosh und Jack hatten sich daran gemacht, ihn zu untersuchen. Aber dann war Jack zu einem Telefongespräch mit dem Premierminister gerufen worden. Sie wussten nicht, was genau anschließend passiert war, da Iantos und Toshs Erinnerungen nur verschwommen und die Kameras wegen einer Standardüberprüfung ausgeschaltet gewesen waren. Aber während Ianto Tosh Kaffee gebracht hatte, hatte sie es geschafft, den Quader zu öffnen. Sie waren beide von gasförmigen Lebensformen übernommen worden, die in dem Quader gefangen gewesen waren. Die hatten die Basis verlassen und erst, nachdem Jack von seinem Telefongespräch zurückgekehrt war, war den anderen aufgefallen, dass etwas nicht stimmte. Sie hatten mehr als zwei Tage gebraucht, um Tosh und Ianto zu finden, und dann war es bereits zu spät gewesen. Jack hatte die Wesen als Faij identifiziert – eine Rasse, die seines Wissens nach lebte, indem sie Besitz von fremden Körpern ergriff. Scheinbar waren sie eingefangen und durch den Riss entsorgt worden. Ianto und Tosh erinnerten sich an kaum etwas, das in den zwei Tagen passiert war, aber sie wussten, dass die Lebewesen ein Paar gewesen waren, das mit Tosh und Iantos Körpern seine Freiheit feierte.

Owen warf dem Trio im Hauptraum der Basis einen kurzen Blick zu. "Wenn es nicht Ianto und Tosh gewesen wären, dann du und Tosh. Wir wussten nicht, dass es eine Zelle war." Er seufzte tief. "Ich habe sie gefragt, was sie machen wollen. Tosh meint, dass sie darüber nachdenken muss. Sie ist ziemlich aufgelöst, aber ich bin mir fast sicher, dass sie nicht abtreiben will. Ianto ist auch unsicher, aber er sagt, es sei Toshs Entscheidung." Owen schüttelte den Kopf und sah zu Jack. "Schöner Mist."

"Ja", murmelte Jack, "schöner Mist."

***

Owen und Gwen erklärten sich bereit, Tosh nach Hause zu fahren, und Gwen versprach Jack, über Nacht bei ihr zu bleiben und sicherzugehen, dass sie zurecht kam.

Nun saß Ianto auf der Bettkante in Jacks Quartier, sein Hemd aufgeknöpft, und starrte auf den Boden, als hätte er vergessen, dass er sich ausziehen wollte. So fand Jack ihn, als er vom Abschließen der Basis zurückkam. "Ianto?", fragte er.

Sein Liebhaber hob den Kopf. "Was? Entschuldige, ich habe nicht zugehört."

"Ich habe nichts gesagt", antwortete Jack. Ianto seufzte und zog sein Hemd aus, bevor er seine Schuhe unter das Bett schob. Jack zog sich ebenfalls bis auf die Unterwäsche aus und gesellte sich zu Ianto unter die Decke. Er zog Ianto näher und verschränkte ihre Beine miteinander. "Bist du okay?", fragte er leise und strich beruhigend mit den Fingern durch Iantos Haar.

"Nein", antwortete Ianto. "Ich hatte Sex mit meiner besten Freundin und jetzt ist sie schwanger."

"Du hast nicht mit ihr geschlafen", erinnerte Jack ihn. "Es war der Faij."

"Typisch Torchwood", flüsterte Ianto. Jack wusste, dass er sich für Tosh bisher tapfer gegeben hatte, da ihr die Situation so peinlich war. Aber er war ebenso aufgewühlt wie sie und nur ihre starke Bindung hatte ihnen überhaupt ermöglicht, sich wieder als Freunde so nahe zu kommen wie zuvor. Und jetzt ... das hier konnte alles zerstören oder aber ihre Freundschaft noch weiter stärken. Jack hoffte wirklich, dass es letzteres war.

"Tut mir leid", sagte Ianto plötzlich.

Jack runzelte die Stirn. "Was denn?"

Ianto hob den Kopf, um ihn anzusehen, und legte eine Hand an Jacks Wange. "Alles hat sich heute um Tosh und mich gedreht. Ich habe nicht mal daran gedacht, dich zu fragen ... ob du in Ordnung bist."

Jack legte eine Hand in Iantos Nacken. "Ich bin okay."

Ianto schien nicht überzeugt. "Es ist nur so, dass ..." Er zögerte und seine Hand rutschte von Jacks Wange zu seiner Halsbeuge. "Was, wenn ... Tosh das Baby behalten will? Ich meine ... würde das ... das hier ... ändern?"

Jack drehte sie herum, sodass er auf Ianto lag, und küsste ihn fest. "Nein."

"Es ist ein Baby", antwortete Ianto und Jack konnte in seinen Augen sehen, wie unsicher er war. "Meine Prioritäten ... würden sich ändern."

"Das ist verständlich", nickte Jack.

"Ich würde verstehen, wenn du nichts mit der Situation zu tun haben wolltest."

"Warum glaubst du, dass das so sein könnte?"

Ianto schüttelte den Kopf und sah Jack nicht an. "Ich will dich nicht verlieren."

"Das wirst du nicht – nicht aus so einem Grund." Jack lächelte. "Wenn ihr das Baby behalten und aufziehen wollt, dann helfe ich euch, wo ich kann, okay?"

"Falls wir es behalten."

"Willst du das denn?", fragte Jack.

Ianto seufzte. "Das ist Toshs Entscheidung."

"Ich frage dich. Es ist auch dein Baby."

Ianto starrte an die Decke und dachte darüber nach. Jack ließ einen Kuss auf seine nackte Schulter fallen. Als er den Kopf wieder hob, lächelte Ianto schüchtern.

"Ja."

***

"Du behältst sie im Auge?", fragte Owen.

Gwen nickte. "Sicher", antwortete sie.

Owen sah zu Tosh, die sich auf den Weg in ihre Küche machte. Er biss sich auf die Lippe. "Sei einfach ... nur hier, falls sie jemandem zum Reden braucht."

Gwen lächelte. "Owen, willst du nicht lieber bleiben?"

"Nein", sagte er und klang empört, allerdings sah er so aus, als überlege er, Gwens Angebot anzunehmen.

"Du könntest, das weißt du", neckte Gwen ihn.

"Oh, bitte!", schnaubte Owen. "Ich bin keine Frau. Ich will nicht den ganzen Abend hier sitzen und über ungeplante Schwangerschaften quatschen. Ich habe ein Date."

Gwen hob die Augenbrauen. "Ein Date? Mit wem?"

"Weiß ich noch nicht." Owen zuckte mit den Schultern, ein dreckiges Grinsen auf dem Gesicht. "Aber ich werde es bald raus finden." Er zwinkerte ihr zu und ging. Gwen schüttelte den Kopf und schloss die Tür.

Sie fand Toshiko in der Küche, mit ihrem Kessel beschäftigt. Gwen fragte: "Tee? Klingt gut."

"Mir geht’s gut", murmelte Tosh. "Du musst nicht bleiben. Geh nach Hause, zu Rhys."

"Rhys ist nicht da", antwortete Gwen. "Unterwegs mit den Jungs. Er wird betrunken nach Hause kommen und obwohl er dann immer sehr niedlich ist, glaube ich kaum, dass meine Nerven das heute verkraften." Tosh lächelte. Sie setzte sich zu Gwen an den kleinen Küchentisch. Gwen sah sich in der ordentlichen Küche um und warf einen Blick durch die geöffnete Tür ins Wohnzimmer. "Ich glaube, ich war noch nie in deiner Wohnung", meinte sie. "Ist schön hier."

"Ja. Ich werde ein paar Dinge ändern müssen, wenn ich das Baby behalte", sagte Tosh.

Gwen verzog das Gesicht, als Tosh sich kurz weg drehte, um nach dem Kessel zu sehen. Sie malte mit den Fingern Muster auf die Tischplatte. "Entschuldige. Ich wollte ... dich nicht daran erinnern."

"Oh, hast du nicht", sagte Tosh und warf ihr ein versicherndes Grinsen zu, dass sich nicht in ihren Augen spiegelte. "Mir ist seit drei Tagen übel. Ständig. Das erinnert mich regelmäßig daran."

"Richtig", sagte Gwen.

"Ich dachte, es wäre ein Virus. Eigentlich habe ich versucht, mich davon zu überzeugen, es sei ein Virus."

"Wie geht’s dir jetzt?"

"Ich fühle mich hilflos. Überwältigt." Tosh zögerte. "Glücklich."

Gwen hob die Augenbrauen. "Wirklich?"

"Na ja, nicht wirklich 'Super, ich bin schwanger von meinem besten Freund'-glücklich. Anders. Einfach ... du weißt schon …" Sie zuckte mit den Schultern. "Es ist nicht so, als würde ich es hassen."

Gwen nickte verstehend. "Es ist etwas ... schwierig", sagte sie. "Dass Ianto der Vater ist, meine ich."

Tosh starrte auf den Tisch. "Ich weiß nicht. Hätte schlimmer kommen können."

"Owen könnte der Vater sein", stimmte Gwen mit einem Grinsen zu.

Tosh lachte leise. "Ja. Stell dir seine Reaktion vor. Ein Baby …" Sie schüttelte den Kopf. "Sein schlimmster Albtraum wird wahr."

"Obwohl ich mir Ianto auch nicht wirklich als Vater vorstellen kann", sagte Gwen.

"Als Vater? Ich weiß nicht", sagte Tosh. "Er ist Onkel, aber er sagt, dass er die Kinder seiner Schwester nur selten sieht. Ich denke aber nicht, dass es daran liegt, dass er Kinder nicht mag." Sie sah Gwen an. "Ich meine, ich denke nicht, dass ich eine gute Mutter sein könnte. Aber wir könnten sicher beide lernen, Eltern zu sein."

"Glaubst du denn, dass er das will?", fragte Gwen.

"Vielleicht", antwortete Tosh. Dann schüttelte sie den Kopf. "Ich weiß es nicht."

"Und du? Willst du das Baby behalten?"

Tosh zögerte. Gwen konnte sehen, dass sie eine mentale Pro und Contra-Liste erstellte und wartete geduldig, bis Tosh alle Gründe abgewogen hatte. Sie konnte Toshs Zögern verstehen. Mit ihrem Job würde es nicht einfach werden. Aber sie war sich sicher, dass Jack Tosh helfen würde, wo er konnte. Dann war da Ianto, aber Gwen glaubte nicht, dass er ein Problem darstellen würde. Die Tatsache, dass er Tosh getröstet hatte, nachdem Owen ihnen die Neuigkeiten mitgeteilt hatte, sprach Bände.

Tosh strich sich die Haare aus der Stirn und langsam kroch ein Lächeln auf ihre Lippen. "Ja."

***

Am nächsten Morgen betraten Tosh und Gwen gemeinsam die Touristeninformation. Ianto stand hinter dem Tresen und trank Kaffee. Er lächelte die beiden Frauen etwas nervös an. "Guten Morgen", sagte er.

"Morgen", antwortete Gwen. Tosh nickte ihm zu, dann sah sie zu Gwen, die plötzlich sagte: "Richtig. Ianto, ich kümmere mich für eine Weile um die Info." Ianto hob überrascht die Augenbrauen. Gwen erklärte: "Dann könnt ihr in Ruhe reden."

Tosh lächelte sie an und umrundete den Tresen. Sie nickte zum Hinterraum und Ianto folgte ihr. Gwen zog den Hocker näher an den Tresen und setzte sich, bevor sie den Blick durch die Info schweifen ließ. Sie drehte einen Ständer mit Flyern etwas mehr Richtung Tür, arrangierte einen bereits perfekten Stapel Kataloge neu und seufzte dann. Sie langweilte sich bereits. "Okay ... was nun?"

***

"Wie fühlst du dich?", fragte Ianto leise, sich nur allzu bewusst, dass Gwen nur einen Perlenvorhang entfernt war.

"Mir geht’s gut", versicherte Tosh ihm lächelnd. Er bot ihr den einzigen Stuhl im Raum an und Tosh setzte sich dankbar. Er lehnte sich an den Schreibtisch und verschränkte die Arme, wartete scheinbar, dass sie anfing, also sagte Tosh: "Ich habe darüber nachgedacht ... über das Baby."

"Ja, ich auch", antwortete er. "Ich habe kaum geschlafen."

"Ja", nickte Tosh. "Wofür hast du dich entschieden?", fragte sie.

Ianto seufzte. "Letztlich ist es deine Entscheidung. Es ist dein ... Bauch."

"Richtig", sagte Tosh. "Genau." Sie atmete tief durch. Das hier war Ianto, rief sie sich selbst in Erinnerung. Sie konnte ihm alles erzählen. "Ich würde es gerne behalten." Er wollte etwas sagen, aber Tosh unterbrach ihn: "Nein, nein. Das heißt nicht, dass ich dich zu irgendetwas zwingen will, das du nicht willst. Wenn du das Baby nicht möchtest, dann ist das okay. Du musst nichts tun." Sie erzwang ein Lächeln. "Das macht mir nicht aus. Es ist nur so, dass ... ich dieses Baby will."

Ianto atmete erleichtert auf. "Ich auch."

Toshs Miene hellte sich auf. "Wirklich?"

"Ja. Ich ... das ist ... mehr als merkwürdig, aber ich finde es gut."

"Es ist merkwürdig", lachte Tosh. "Oder? Wir haben das nicht geplant. Wir wollten kein Baby. Unsere Jobs sind gefährlich. Wir sind der typische Fall von 'Aliens haben sie gezwungen'. Ich bin Single und du bist mit einem Mann zusammen …"

Ianto grinste. "Ein ziemlich merkwürdiges Pärchen."

"Ja", lächelte Tosh.

Er verzog das Gesicht. "Stell dir die Reaktion des Geburtsvorbereitungskurses auf diese Geschichte vor."

Tosh lachte und er stimmte für einen Moment darin ein. Dann wurden sie wieder ernst. Tosh schluckte, als sie endgültig verstand, was dieser Entschluss für ihr Leben bedeutete. Ianto wirkte etwas blass und er hielt sich am Schreibtisch fest. Offenbar dachte er dasselbe. Sie sah in seine Augen. "Wow", murmelte Tosh. "Ein Baby."

"Ein Baby", nickte er. Tosh stand auf und umarmte ihn. Die letzten Zweifel verschwanden, als er die Geste nicht nur erwiderte, sondern sie sogar näher zog.

***

Tosh klopfte an Jacks Tür und betrat sein Büro. Er sah von einer Akte auf und lächelte. "Morgen."

"Morgen." Sie schloss die Tür. "Kann ich eine Minute mit dir reden?"

"Du bekommst sogar mehr als eine." Er lächelte und Tosh nickte. Sie setzte sich in einen der Stühle vor seinem Schreibtisch. Jack lehnte sich zurück und faltete die Hände unter seinem Kinn. Er hatte diesen durchbohrenden Blick aufgesetzt, der ihr das Gefühl gab, der Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit zu sein. Es war eines dieser Talente, die Jack hatte. Er konnte jedem das Gefühl geben, nur für sie da zu sein und niemand konnte ihn deshalb nicht anziehend finden. Man glaubte, ihm seine dunkelsten Geheimnisse anvertrauen zu können und dass er dieses Wissen niemals missbrauchen würde.

Tosh begann: "Ianto und ich haben geredet." Jack nickte. Sie legte eine Hand auf ihren Bauch. "Wir haben uns entschieden, das Baby zu behalten. Und es zusammen aufzuziehen."

Jack lächelte. "Das ist gut. Ich freue mich für euch. Ich gratuliere." Er grinste enthusiastisch.

Sie wurde rot. "Danke."

"Und mach dir keine Gedanken um deinen Job. Du bekommst Mutterschaftsurlaub und wir stellen jemanden ein, der dich bei gefährlicheren Einsätzen vertreten kann. Du bleibst hier in der Basis und koordinierst. Dann findest du auch mehr Zeit für deine Projekte."

Tosh nickte. "Danke."

"Kein Problem." Er nahm seinen Kugelschreiber und notierte sich etwas auf einem Block. Dann schien er zu bemerken, dass sie ihn zögerlich anstarrte und blickte auf. "Was ist los?"

"Es ist …" Sie seufzte. "Eigentlich geht es um Ianto. Ianto und mich ... ich meine, Ianto und das Baby. Es ist …" Sie schluckte nervös.

Jack lehnte sich vor und stützte die Arme auf den Tisch. "Toshiko?"

"Du sollst nicht denken, dass ich ihn dir wegnehme. Er ist mit dir zusammen. Das weiß ich."

"Na ja, ich habe auch genug Andeutungen fallen lassen", grinste Jack. Tosh blieb ernst und Jack nickte. "Ist okay, Tosh", sagte er ruhig. "Es macht mir nichts, okay? Ich freue mich für dich. Euch beide. Ich habe mit Ianto gesprochen und er weiß, dass ich nichts dagegen habe. Tatsächlich", er lächelte, "freue ich mich sogar darauf. Ich werde der coole Onkel."

Tosh lachte leise. "Du suchst nur nach einer Entschuldigung, bei Toys'R'Us einkaufen zu dürfen."

Jack grinste. "Vielleicht."

***

Tosh lag auf dem Untersuchungstisch im Autopsieraum. Owen warf das Ultraschallgerät an. "Okay", sagte er. "Ist jeder da, der da sein sollte?" Gwen lehnte am Geländer, Ianto stand neben Tosh und Jack neben Ianto. Owen verdrehte die Augen. "Okay. Einfach alle sind da: Mom, Dad, der schrille Onkel und die coole Tante. Werfen wir einen Blick auf das kleine Genie."

Jack blickte Owen beleidigt an. "Schrill? Ich bin nicht schrill."

"Natürlich bist du das", antwortete Gwen. Tosh nickte.

Jack sah zu Ianto und sein Liebhaber verzog das Gesicht. "Manchmal."

"Okay, Sexentzug für eine Woche", antwortete Jack.

Owen verdrehte die Augen. "Keine Sorge, Ianto. Er wird sich spätestens heute Abend daran erinnern, dass du der einzige bist, den er ohne großes Vorspiel rum bekommt, und dann hat er das ganz schnell wieder vergessen."

"Ich weiß", antwortete Ianto mit einem Schulterzucken. Jack schmollte.

Ein Geräusch machte das Team wieder auf das Ultraschallgerät aufmerksam und Owen betrachtete den Bildschirm. "Da ist es."

Gwen eilte die Treppe hinunter und nahm Toshs Hand. "Wo?"

Owen deutete auf den schwarz-weißen Bildschirm und Gwen neigte den Kopf, die Augen suchend zusammengekniffen. Jack tat es ihr nach. Tosh und Ianto lächelten.

Owen grinste sie an. "Sieht alles gut aus. Starker Herzschlag." Er hatte sich intensiv mit dem Thema Schwangerschaft auseinander gesetzt und sogar seine Bücher aus der Studienzeit wieder hervor gekramt. Es hatte eine Zeit gegeben, da hatte er Gynäkologe werden wollen. Er hatte sich letztlich dagegen entschieden, aber er wusste noch genug, um Tosh zu unterstützen, solange keine Komplikationen auftraten.

"Wow", sagte Tosh. Ianto nickte und legte eine Hand auf ihre Schulter.

Jack sah zu Gwen und flüsterte: "Wo ist das Baby?"

"Ich habe nicht die geringste Ahnung."

Owen deutete auf den Bildschirm. "Genau da, Harkness. Sperr die Augen auf."

"Was? Diese Erdnuss da?", fragte Jack.

"Hey!", sagte Ianto. "Vorsichtig."

Jack küsste ihn entschuldigend und gab Tosh dann einen Kuss auf die Wange. "Es ist perfekt", sagte er.

Tosh und Ianto grinsten einander an, bevor Tosh sagte: "Natürlich, immerhin sind wir die Eltern."

Ianto nickte. "Das stimmt."

Owen seufzte. "Armes Ding ... schon jetzt fürs Leben gezeichnet."

***

Ein Samstag Morgen in einem IKEA-Geschäft war die Hölle. Tosh fragte sich, wo all die Menschen herkommen konnten und ob das Kaufen von Möbel ein Trend war, den sie verpasst hatte. Hier, in der Baby-Abteilung, waren sie von schwangeren Frauen, den Vätern und dem ein oder anderen erstgeborenen, quengelnden Kind umgeben.

Tosh deutete auf eine weiß lackierte Wiege. "Was denkst du?", fragte sie.

Iantos Gesichtsausdruck war nicht zu deuten. "Ein Klassiker", sagte er.

Tosh legte eine Hand auf ihren Bauch. Inzwischen war sie im vierten Monat und die Schwangerschaft wurde sichtbar.

"Ist das ein Ja?", fragte Tosh stirnrunzelnd.

Ianto lächelte. "Natürlich. Und die Farbe passt zu den Wänden."

Das Team hatte Tosh geholfen, ihre Schlafzimmermöbel in das kleine Gästezimmer am anderen Ende des Flures zu räumen. Toshs bisheriges Schlafzimmer war größer und sie wollte, dass das Baby es bekam. Jack und Ianto hatten ihr geholfen, die Wände in einem sanften Gelb zu streichen und nun suchten Tosh und Ianto nach der passenden Einrichtung. Ianto hatte eine Liste und bereits eine Kommode und einen Wickeltisch abgehakt.

Tosh nahm den kleinen Teddybären aus der Wiege und hielt ihn in einer Hand, während die andere seinen Kopf kraulte.

Ianto lächelte: "So einen müssen wir nicht kaufen." Tosh sah ihn fragend an. Er erklärte: "Jack besteht darauf, den ersten Teddy für das Baby zu kaufen."

Tosh lachte. "Sollte ich mir Sorgen machen?"

"Ich habe ihm klar gemacht, dass Größe in diesem Fall unwichtig ist und er einen kaufen soll, der tatsächlich in eine Wiege passt – mit dem Baby."

Tosh legte den Teddy weg und ging den Gang weiter hinunter. Ianto holte sie rasch ein. Tosh lächelte zu ihm hoch. "Owen hat mich heute untersucht."

Ianto nickte. "Als Jack und ich dieses Weevil gejagt haben. Er meinte, alles sei in Ordnung."

"Er hat mir gesagt, was es wird."

Ianto hielt an. "Schon?"

"Na ja, sein Ultraschallgerät hat ein paar Extras eingebaut, die die anderen aus dem 21. Jahrhundert nicht haben." Sie lächelte. "Willst du es wissen?"

"Ja", sagte er.

"Es ist ein Junge.“

"Wirklich?“ Ianto hatte das Gefühl, vor Freude keine Luft zu bekommen und er grinste.

"Natürlich, du Idiot", lachte Tosh. "Ich würde nicht lügen."

Er umarmte sie. "Das ist großartig, Tosh." Er wurde ernst und versicherte: "Natürlich hätte ich mich auch über ein Mädchen gefreut."

"Ich weiß", sagte Tosh und zog ihn in eine weitere Umarmung.

***

Die Basis war ruhig. Owen arbeitete an seinem Computer und Jack und Gwen waren unterwegs, um einem Riss-Alarm nachzugehen. Plötzlich wurde die Stille von Tosh gebrochen: "Ianto!"

Etwas in der Küche zersprang auf den Fliesen. Ianto schien das egal zu sein. Er rannte zu ihr, Sorge stand ihm ins Gesicht geschrieben. "Was ist los? Was stimmt nicht?"

Sie fing seine Hand und zog ihn näher, um sie auf ihren Bauch zu legen. "Er tritt."

Ianto atmete erleichtert auf und Owen lachte. "Du hättest dein Gesicht sehen sollen", grinste er.

Ianto starrte ihn böse an, aber er wurde von einer Bewegung gegen seine Handfläche abgelenkt und sah auf Toshs Bauch hinunter. "Oh!", sagte er und setzte sich neben sie auf die Couch. "Er tritt."

"Sie ist im fünften Monat schwanger", sagte Owen. "Natürlich tritt das Baby." Er schlenderte zu ihnen und setzte sich auf den Kaffeetisch, bevor er seine Hand neben Toshs und Iantos legte. "Au ... starker kleiner Kerl", sagte er. Er blickte zu Ianto. "Das sind sicher Toshs Gene."

Das Tor rollte zur Seite und Jack und Gwen betraten die Basis. Jack ging voran und joggte die Stufen hoch. "Das war eine Enttäuschung, Tosh", sagte er. "Was auch immer den Alarm ausgelöst hat, ist bereits weg." Er stoppte abrupt und hob fragend die Augenbrauen, als er Ianto und Owen mit ihren Händen auf Toshs Bauch sitzen sah – Ianto wirkte erfreut, Owen etwas beschämt.

Gwens Augen weiteten sich. "Er tritt", nahm sie an und schob sich an Jack vorbei, um neben Owen Platz zu nehmen und Toshs Bauch zu berühren. Jack grinste und gesellte sich zu ihnen. Er setzte sich neben Tosh und verschränkte seine Finger mit Iantos. Sie warteten stumm und als das Baby wieder trat, lachten sie.

Später suchte Tosh die Aufnahme der Kamera heraus und druckte ein Foto für den Kühlschrank aus.

***

Jack hatte Andy Davidson angestellt und er war noch immer dabei, sich an den neuen Job und die Kollegen zu gewöhnen. Tosh war nun beinahe acht Monate schwanger und sie fühlte sich wie ein gestrandeter Wal. Vielleicht waren es nur die Hormone, die sie sensibel machten, aber als Owen am Morgen nebenbei angemerkt hatte, dass sie wie ein Slitheen aussah, hatte sie angefangen zu weinen. Owen fühlte sich noch immer schuldig und war unterwegs, um ihr etwas zum Mittagessen zu holen. Aber Tosh wusste, dass er nicht ganz falsch lag. Ihr Bauch wirkte riesig und sie hatte ihre Pause damit verbracht, Fotos von Slitheen in der Datenbank zu studieren und Owen hatte wirklich gar nicht so unrecht.

Jack stoppte neben ihrem Schreibtisch und lehnte sich hinunter, um ihre Wange zu küssen. "Du siehst heute wundervoll aus, Tosh."

Sie sah ihn an und er grinste. Tosh fühlte sich besser.

***

Den Geburtsvorbereitungskurs hatte Tosh ursprünglich nicht besuchen wollen, aber Ianto hatte darauf bestanden. Jetzt verbrachten sie ihre Dienstag Abende damit, zu atmen und die Geburt zu simulieren. Auf dem Weg nach Hause machten sie sich dann ausgiebig lustig über den Kurs.

Ianto half Tosh auf die Beine und ging, um ihre Jacken zu holen. Neben ihnen hatte heute ein Paar gesessen, das das erste mal den Kurs besuchte und nun lächelte die blonde Frau Tosh an. "Also, das war etwas merkwürdig."

Tosh lachte und hielt ihr die Hand hin. "Ich bin Toshiko – oder einfach Tosh."

"Lucy", antwortete die Frau und ihr dunkelhaariger Mann legte einen Arm um ihre Schultern. "Und das ist Ben." Tosh lächelte ihn an. Lucy betrachtete Toshs Bauch. "Wie weit bist du?", fragte sie.

"Im achten Monat", antwortete Tosh.

"Also hast du es beinahe hinter dir?", fragte Lucy und legte ihre Hände auf ihren eigenen Bauch. "Ich bin im siebten Monat. Ich kann die Geburt kaum erwarten. Meine Füße bringen mich um. Und Ben ist untalentiert, wenn es um Fußmassagen geht."

"Hey!", beschwerte er sich mit einem falschen Schmollen.

Tosh lachte. "Na ja, ich habe Glück. Ianto gibt großartige Fußmassagen."

Lucy fragte: "Können wir unsere Männer tauschen? Nur für einen Tag?"

Tosh schüttelte den Kopf. "Wir sind nicht verheiratet."

"Oh, dann ist er dein Freund", sagte Lucy.

Ianto wählte diesen Moment, um zurück zu kommen und er brachte Jack mit. "Sieh dir an, wer uns abholt", sagte er. Jack küsste sie auf die Wange.

Tosh nickte zu Lucy und Ben. "Ianto, Jack, das sind Lucy und Ben."

Sie tauschten ein Lächeln und Nicken aus, dann legte Jack einen Arm um Iantos Hüfte und küsste ihn. "Ich habe einen Tisch für sieben Uhr reserviert", sagte er. Er blickte zu Tosh. "Für drei."

"Dann sollten wir gehen", antwortete Ianto.

"Das sollten wir", nickte Tosh und zog ihren Mantel an. Sie verabschiedeten sich und gingen, Jack mit einem Arm um Tosh und dem anderen um Ianto.

Lucy starrte Ben an. "Hast du das gesehen?"

"Ja", antwortete er und zuckte mit den Schultern. "Sieht nach einer Frau aus, die ihren schwulen Freunden hilft, ein Baby zu bekommen."

"Nicht das", antwortete Lucy und sah Ben an, als könne sie eine Begriffsstutzigkeit nicht fassen. "Dieser Jack ... er ist absolut heiß."

***

Der Anruf kam mitten in der Nacht und nur etwas mehr als eine Stunde später war das ganze Team inklusive Andy und Rhys im Krankenhaus versammelt. Nachdem Gwen und Andy sich mehrerer Riss-Aktivitäten angenommen, Rhys ein halbes Dutzend Becher Kaffee getrunken und alle drei sämtliche Magazine im Wartezimmer drei Mal gelesen hatten, stieß Carwyn endlich seinen ersten Schrei aus.

Tosh hielt das Baby im Arm, als das Team endlich ihr Zimmer betreten durfte. Ianto saß auf der Bettkante. Carwyn hielt seinen Daumen fest in einer Hand umklammert. Jack grinste stolz, als hätte er die Schwangerschaft durchlebt, das Baby persönlich bekommen und auch noch gezeugt. Owen stand in einer Ecke und las sich durch Toshs Werte.

Gwen lächelte. "Er ist wunderschön", sagte sie und streichelte mit einem Finger Carwyns Wange.

Andy sagte: "Das ist doch klar. Mit einer Mutter wie Tosh."

Es war ein offenes Geheimnis, dass Andy sich etwas in Toshiko verliebt zu haben schien. Gwen war froh, denn das bedeutete, dass Andy endgültig über sie hinweg zu sein schien und Rhys musste nun nicht mehr eifersüchtig sein, dass sie zusammen arbeiteten.

Jack küsste sanft Iantos Nacken. "Und mit einem Vater wie Ianto", fügte er hinzu.

Rhys grinste Ianto an. "Bist du umgekippt?"

"Nein", antwortete er, biss sich auf die Lippe und unterdrückte ein Lachen. "Aber Jack ist in Ohnmacht gefallen."

Empört setzte Jack ein Schmollen auf. "Ein Mal", sagte er, "für eine Sekunde, weil ich sehr hungrig war."

Owen schüttelte den Kopf. "Eher fünf Minuten", sagte er. "Und Hunger war nicht der Grund. Du warst kreidebleich."

"Geburten sind brutal", sagte Jack und alle lachten.

Ianto küsste Toshs Wange. "Du solltest etwas schlafen."

Sie nickte und gab ihm das Baby. "Willst du ihn mitnehmen? Ihm ein bisschen die Welt zeigen?"

Er beobachtete, wie Carwyn die Augen schloss. "Ich gehe ein paar Schritte den Flur hinunter. Du schläfst. Ich sehe dich später."

Sie nickte und nahm seine Hand. "Weißt du, rückblickend gesehen bin ich ganz froh, dass alles so gekommen ist."

Er lächelte und sah in das Gesicht seines Sohnes hinunter. Die großen blauen Augen waren geschlossen und nur ein paar feine, schwarze Haare bisher auf seinem Kopf zu sehen. Er machte leise, zufriedene Geräusche und seine winzigen Hände waren zu Fäusten geballt. Ianto sah zu Tosh und flüsterte: "Ich auch."


ENDE
12/10

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Comments

( 4 comments — Leave a comment )
ravenja1170
Jan. 13th, 2011 03:02 pm (UTC)
<3 süüüüß! :)

Edited at 2011-01-13 06:03 pm (UTC)
jolinarjackson
Jan. 14th, 2011 01:01 pm (UTC)
Danke. :)
aenn17
Apr. 3rd, 2011 08:25 am (UTC)
Wow. Witzig, emotional, alles. Ich liebe deine Texte!
jolinarjackson
Apr. 3rd, 2011 10:55 am (UTC)
Danke. :)
( 4 comments — Leave a comment )