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Inhalt: Charlie starrte ihn forschend an, während Ian einen Arm um seine Hüfte legte und ihm mit der freien Hand die dunklen Locken aus der Stirn strich. “Sag ja“, flüsterte Ian.

Pairing: Charlie/Ian Edgerton
Rating: NC-17
Spoiler: Sniper Zero, Toxin, Two daughters, Spree, Hot Shot
Setting: reicht von Season 1 bis Season 3
Warnungen: Slash, Sex, böse Worte
Anmerkungen: Geschrieben für die Numb3rs-New Year-Challenge. Ich antworte hiermit auf die Prompts von Truthwritaslies: 1. How they got together und 2. A fight bad enough that it nearly breaks them up, but then something happens and they don’t (nimmt aber nur einen kleinen Teil der Story ein)

Beta: cpwatcher – danke!

Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Numb3rs und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Teil 1 findet ihr hier
Nicht der Typ Mann Masterlist


3.


Crystal Hoyle war ein Fall gewesen, den Ian nicht so schnell vergessen würde. Und Don wohl auch nicht. Er lud Ian zum Essen bei seinem Vater und Charlie ein und Ian – der sich erschöpft fühlte und nicht in der Stimmung, selbst nach einem Abendessen in der Umgebung seines Hotels zu suchen – nahm an. Auf dem Weg zu Charlie bot Ian Don an, über den Fall zu reden. Über Crystal. Und die Art, wie sie gestorben war. Aber Don lehnte ab. Ian empfahl ihm, mit irgendjemandem zu reden, dem er vertraute. Nicht mit einem Therapeuten – Ian traute diesen Leuten keinen Steinwurf weit – sondern mit jemandem, bei dem Don sich wohl fühlte. Don nahm es schweigend zur Kenntnis. Ian sah das Haus der Familie das erste mal von innen. Holz- und Ledermöbel bildeten einen Großteil der Einrichtung. Es war männlich. Und doch schien der weibliche Einfluss von Alans Frau noch hier und da zu verweilen. Kissen, Decken, Bilder oder Keramik – Farbakzente, die das Haus lebendig machten. Ian wusste nichts genaues über den Tod von Dons Mutter, hatte nur von Terry gehört, dass sie krank gewesen war. Er konnte sich vorstellen, was für eine Frau sie gewesen sein musste, allein deshalb, weil er ihre Söhne kannte.

Während dem Essen war Don still und konzentrierte sich vollkommen auf seinen Teller, während Charlie und Alan ihm besorgte Blicke zuwarfen und versuchten, ein Gespräch aufrecht zu erhalten. Nach dem Essen blickte Don nach einem Seitenblick zu Ian zu seinem Vater auf: “Kann ich dich sprechen, Dad?“ Ian war froh, dass Don die Absicht zu haben schien, mit jemandem zu reden. Er war kein Berufs-Scharfschütze wie Ian und selbst er hatte noch immer Gewissensbisse, wenn er ein Leben nehmen musste. Für ihn war es die letzte Lösung. Der letzte Ausweg.

“Ich räume den Tisch ab“, bot Charlie an, obwohl er etwas verletzt von der Tatsache schien, dass Don mit Alan reden wollte.

Ian nickte. “Ich helfe.“

Während Don und Alan in den Garten gingen, räumte Charlie in der Küche die Spülmaschine ein und beseitigte die Spuren der Zubereitung. “Denkst du, er ist okay?“, fragte er besorgt mit einem kurzen Blick durch das Fenster in den Garten. Alan und Don waren von hier aus nicht zu sehen – nur ein kleiner Teich schimmerte im Licht einer Gartenlaterne.

Ian zuckte mit den Schultern. “Du kennst ihn besser als ich“, antwortete er.

Charlie öffnete den Kühlschrank und holte ein Bier heraus. Er wandte sich zu Ian um und stieß die Tür des Kühlschranks mit seinem Rücken zu, dann hielt er Ian das Bier hin. “Manchmal bin ich mir da nicht so sicher.“

Ian hielt die Flasche fragend hoch. “Öffner?“ Charlie nickte und öffnete die Schublade neben sich. “Wie geht es dir?“, fragte Ian vorsichtig.

Charlie trat auf ihn zu und öffnete die Flasche. Ihre Finger berührten sich und Ian sah, wie Charlie kurz zu ihm aufblickte. Dann zuckte der Professor mit den Schultern. “Gut, denke ich.“ Er blickte nun endgültig zu Ian auf und ließ ein Lächeln sehen. Dann stellte er sich plötzlich auf die Zehenspitzen und presste ihre Lippen aufeinander. Ian war so überrascht, dass er einen Schritt zurück machte. Charlie verlor die Balance und fiel gegen ihn und Ian hielt ihn mit einem Arm um die Hüfte fest, dann brach er den Kuss. “Charlie“, sagte er fest.

Der Mathematiker löste sich von ihm und wandte sich ab. “Ja. Tut mir leid. Ich … tut mir leid.“ Er legte den Flaschenöffner weg. Ian trat hinter ihn und legte ihm eine Hand in die Halsbeuge. Charlie zog die Schultern hoch und schüttelte den Kopf. “Tut mir leid.“

“Erklär es mir“, verlangte Ian sanft.

Charlie drehte sich zu ihm um und fixierte einen Punkt über Ians Schulter, als könne er ihm nicht in die Augen sehen. “Ich bin nicht gut in solchen Sachen. Ich hätte das nicht tun sollen.“

“Mich küssen? Oder mich rauswerfen – vor ein paar Monaten?“

Charlie stieß die Luft aus und starrte beschämt zu Boden. Er verschränkte die Arme. “Ich bin nicht sicher.“

“Okay“, meinte Ian langsam. Er nahm einen Schluck aus der Flasche und stellte sie dann auf die Arbeitsplatte. “Charlie“, sagte er leise und umfasste beide Oberarme des Mathematikers mit den Händen. Als der jüngere Mann sich stur weigerte, aufzublicken, hob Ian sein Kinn an und lehnte ihre Stirn an einander. “Es ist okay, dass du mich abgewiesen hast.“ Die dunklen Augen des Professors blickten zögerlich in die von Ian. “Es sollte nichts passieren, was du nicht willst. Ich weiß nur nicht, wie ich den Kuss interpretieren soll.“

“Vielleicht …“ Charlie schluckte und sein Blick glitt zur Seite. “Ich habe überreagiert“, sagte er.

“Charlie-“

“Nein.“ Charlie löste sich von Ian und machte ein paar Schritte weg von ihm. “Du bist einfach gekommen und hast mich geküsst und wolltest Sex und … das war alles etwas …“ Er schluckte. “Ich hatte ein Recht, sauer zu sein. Weil ich mich nicht benutzen lasse.“ Ian lachte. “Was?“, fragte Charlie gereizt, “Was ist?“

Ian steckte die Hände in die Hosentaschen. “Ich benutze dich nicht, okay? Ich wollte nur ein bisschen Spaß mit einem Mann, den ich …“ Er lächelte und ging dann auf Charlie zu, drängte ihn zurück an den Kühlschrank. Er grub eine Hand in Charlies Haare und presste ihre Körper aneinander. Seine Lippen fanden Charlies Schläfe und er grub seine Nase in die Locken, atmete den Geruch nach Kreide und Erdbeer-Shampoo ein. Er flüsterte in Charlies Ohr: “… den ich sexy finde und irgendwie niedlich. Vorausgesetzt, er will mich auch.“ Er ließ einen Kuss auf Charlies Lippen fallen. “Dasselbe Hotel wie letztes mal, Zimmer 389. Um Mitternacht schließe ich ab. Denk drüber nach.“ Damit wandte er sich ab und verließ die Küche. Auf dem Weg nach draußen nahm er seine Jacke von der Garderobe und winkte Don und Alan zu, die aus dem Garten zurückkamen. “Danke für das Essen, Mr. Eppes.“ In seinem Wagen, auf dem Weg zum Hotel, lächelte er. Und er schämte sich nicht, zuzugeben, dass er wirklich gespannt war, wie Charlie sich entscheiden würde.

***

Es klopfte um halb zwölf. Ian schreckte aus einem Halbschlaf – zu erschöpft, um dem Fernsehprogramm zu folgen und zu neugierig, um ins Bett zu gehen – und öffnete die Tür. Charlie stand mit den Händen in den Jackentaschen vor ihm. Er sah Ian nicht in die Augen, sondern zu Boden. “Sag Ja“, bat er leise.

Ian erstickte ein Lachen und zog ihn in das Zimmer. Er schloss die Tür und drückte Charlies Körper dagegen. “Immer“, antwortete er und küsste ihn stürmisch.

***

Ians Hand glitt durch Charlies verschwitzte Haare und Charlie machte ein Geräusch, das beinahe wie ein Schnurren klang. Er lehnte sich über Ian und zog ihn in einen langsamen, tiefen Kuss, der Ian dazu brachte, seine Beine um Charlies Hüften zu legen und ihn näher zu ziehen. Charlie schmeckte nach Sex und all den Dingen, nach denen ein College-Professor nicht schmecken sollte, und Ian grinste in den Kuss bei der Vorstellung, Charlie nach dem Unterricht zu überraschen und direkt in seinem Büro …

“Fährst du mich nach Hause?“, unterbrach Charlie die Fantasie, “Ich bin mit dem Fahrrad da.“

“Wieso?“, fragte Ian.

Charlie zuckte mit den Schultern. “Es ist warm draußen. Ich fahre gerne Rad.“

“Nein. Wieso willst du nach Hause?“

Charlie lächelte schelmisch, seine Augen funkelten. “Agent Edgerton. Laden Sie mich gerade zum Frühstück ein?“

Ian zuckte mit den Schultern. “Eigennutz“, antwortete er wegwerfend, “Ich finde es gerade sehr bequem.“ Zur Betonung drückte er Charlie enger an sich. Eine Hand glitt Charlies Rücken hinunter bis zu seinem Hintern.

Charlie schloss die Augen und machte wieder das schnurrende Geräusch und Ian benutzte sein Körpergewicht, um sie herumzurollen, bis Charlie unter ihm lag. “Ich dachte, du bist müde“, sagte Charlie, drückte aber seine Hüften hoch, um Ians Fingern besseren Zugang zu geben.

Ian griff nach dem Gleitgel. “Ich denke, dafür reicht meine Kraft gerade noch aus.“

***

Ian wusste nicht, wieso er es getan hatte, aber nun war es zu spät. Es war eigentlich nicht seine Art, bei One Night Stands anzurufen, auch nicht, wenn er mehr als einmal mit ihnen schlief. Er hatte ja schon Schwierigkeiten, seine Schwester regelmäßig anzurufen. Er zog sein Handy aus der Tasche und suchte eine gerade erst am Morgen eingespeicherte Nummer heraus. Das Freizeichen führte ihn in Versuchung, einfach wieder aufzulegen, aber er tat es nicht.

“Eppes?“

“Hey, Charlie!“, grüßte er, “Ich bin gut gelandet.“

“Du rufst tatsächlich an“, meinte Charlie und Ian hörte ein Lächeln in seiner Stimme.

“Ich habe es versprochen“, antwortete er.

Er war nicht der Typ Mann, der Versprechen brach.


TBC


Weiter zu Teil 4
Nicht der Typ Mann Masterlist