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Brute Force 14/14

Worte: 45.503
Inhalt: Banken in L.A. werden scheinbar wahllos ausgeraubt. Die Räuber sind dem FBI immer einen Schritt voraus - bis Charlie sich in die Ermittlungen einbringt und selbst ins Visier der Bande gerät.
Charaktere: Charlie Eppes, Don Eppes, Colby Granger, David Sinclair, Megan Reeves, Larry Fleinhardt, Amita Ramanujan, OCs
Pairing: Charlie/Amita (Pre-Ship)
Rating: PG-13
Spoiler: Keine
Setting: Zwischen Season 1 und 2 – Megan und Colby sind schon dabei, aber sie kennen Charlie noch nicht.
Warnungen: Gewalt, verbale Homophobie
Anmerkungen: Meine erste Numb3rs-Story. Es hat etwas gedauert, sie zu übersetzen, ich wollte aber die englische und die deutsche Version gleichzeitig auf meinem LJ veröffentlichen.
Feedback: Brauche ich wie Luft zum Atmen.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Numb3rs und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Kapitel 13
Brute Force Masterlist

***
***


14.


Don stemmte die Hände in die Hüften und blickte Brian Wilder abwartend an. Wilders Pflichtverteidiger saß neben dem Krankenbett des Mannes und rückte seine Brille zurecht. “Mein Mandant hat Ihnen nichts zu sagen. Ich glaube, das hat er Agent Granger bereits ausreichend zu verstehen gegeben.“

“Nun, Agent Granger hatte leider keine Möglichkeit, mir das mitzuteilen, da Brians Boss Connor Hill ihn entführt hat.“

Wilders braune Augen weiteten sich ungläubig und Don sah, dass er begann, nervös seine Bettdecke glatt zu streichen. Hailey bemerkte Wilders Unruhe scheinbar ebenfalls. “Das könnte übel für Ihren Mandanten ausgehen. Nicht nur zwölf Banküberfälle, Angriff auf Bundesbeamte und die Entführung eines zivilen Beraters, sondern auch die Entführung eines Agents des FBI.“

“Hey“, ging Brian dazwischen, “ich habe niemanden entführt, alles klar. Weder den Berater noch den Agent.“ Der Anwalt hielt beruhigend die Hand hoch.

Don ließ nicht locker. “Aber Sie weigern sich, uns das Versteck Ihrer Bande zu nennen. Damit hängen sie mit Ihren Komplizen für die Entführungen, für jegliche Gewaltanwendung und auch für Mord, falls es soweit kommen sollte.“ Don schluckte und war stolz, dass er die Worte ohne ein Stocken herausgebracht hatte. Er hoffte, dass es nicht zu Mord kommen würde. Er sah Wilder zögern.

Sein Anwalt erklärte: “Das einzige, wofür Sie ihn dran kriegen können, ist unterlassene Hilfeleistung. Er wusste nichts von geplanten Entführungen. Davon war nie die Rede, als er sich mit den anderen zusammen fand. Es ging nur um Banküberfälle.“

Wilder nickte fest und fand scheinbar sein Selbstvertrauen wieder. “Ich habe Ihnen nichts zu sagen“, meinte er. Don wandte sich frustriert von ihm ab.

Dann fuhr er wieder zu Wilder herum. “Warum? Warum schweigen Sie?“ Wilder schüttelte den Kopf und schwieg.

Als Don und Hailey wieder auf dem Flur des Krankenhauses waren, erklärte sie: “Irgendwo liegt Geld für ihn bereit. Das ist der Grund, aus dem er schweigt. Er geht ins Gefängnis, sitzt seine Zeit ab und wenn er raus kommt, ist er reich. Hill hat schon früher auf die Art mit anderen zusammengearbeitet. Jeder bekommt seinen Anteil und versteckt ihn. Die anderen wissen nicht, wo das Geld ist. Es wird auf Wilder warten.“

Don fuhr sich verzweifelt durch die dunklen Haare. “Verdammt“, murmelte er und lehnte sich gegen die weiß gestrichene Wand. Er schloss die Augen. “Dieser ganze Fall ist eine einzige Sackgasse. Und Charlie …“ Er brach ab. Er würde in einer Stunde wieder seinen Vater anrufen müssen. Alan hatte auf regelmäßige Neuigkeiten bestanden. Don war es leid, ihn enttäuschen zu müssen. Sein Handy klingelte. “Eppes?“

“Don, hier Megan“, sagte seine Kollegin knapp. “Ich habe Amita hier bei mir sitzen. Sie weiß, warum die Charlie entführt haben.“

***

“Du hast den Grund?“, fragte Don ungläubig, sobald er Amita auf Megans Schreibtisch sitzen sah. “Aber wie?“ Megan hielt ihm Charlies Personalakte entgegen.

Amita erklärte: “Ich habe mir die Akte angesehen, während ich neulich auf dich gewartet habe. Charlies bisherige Arbeiten für das FBI. Vor ein paar Monaten hat er ein neue Sicherheitssystem in einer eurer Datenbanken angebracht, oder?“

Don nickte. “Ja. Er hat zumindest den Algorithmus erstellt, mit dem ein Hacking-Angriff unmöglich gemacht werden sollte. Wir hatten Probleme mit einem Hacker, der versucht hat, auf die Datenbank zuzugreifen.“

“Das war vor sechs Monaten – zwei Monate nach dem Gefängnisausbruch“, sagte Megan und stand auf. Sie lehnte sich neben Amita an ihren Schreibtisch. “Die IT konnte den Angriff zurückverfolgen und sie haben den Hacker gefasst, erinnerst du dich?“ Don nickte. Megan strich sich die hellbraunen Haare aus der Stirn. “Es war ein junger Motel-Besitzer in der City. Der beteuerte seine Unschuld und behauptete, er sei es nicht gewesen, sondern einer seiner Gäste. Aber in seiner Jugend war er beim Hacking in die Schuldatenbank erwischt worden, wo er seine Noten geändert hatte. Das machte ihn für Ermittler zum Schuldigen und er hat einen Prozess am Hals.“

“Und?“, fragte Don ungeduldig.

Megan blickte in die Akte der Ermittlungen zu dem Fall. “Und … er hatte wohl nur vier Gäste zum Zeitpunkt seiner Verhaftung. Einen hochrangigen Stadtbeamten mit seiner Geliebten und ein, wie er es ausdrückte, junger Typ mit seinem Sugardaddy. Die Beschreibungen könnten auf Connor Hill und Kenny Jacobson passen. Und jetzt pass auf: Sie fuhren laut Aussage des Motel-Besitzers einen weißen Van und verschwanden spurlos und ohne zu bezahlen nur ein paar Minuten, bevor das FBI eintraf, um den Hacker zu stellen.“

Don schüttelte den Kopf. “Natürlich hat ihm das niemand abgekauft.“

“Tja, ich würde es ihm inzwischen schon glauben. Kenny muss gemerkt haben, dass er einen Fehler beim Hacken gemacht hat und das FBI auf dem Weg ist. Sie haben sich aus dem Staub gemacht, ehe das FBI eintraf.“

“Moment mal“, meinte Hailey, “also wollen sie jetzt an die Datenbank, die wegen ihres eigenen Angriffes vor ein paar Monaten von Professor Eppes sicherer gemacht wurde?“ Megan nickte.

Amita fügte hinzu: “Ich weiß es noch. Charlie hat ununterbrochen daran gearbeitet, wie er den Schutz verbessern könnte. Ich habe ihm dabei etwas geholfen. Ich habe versucht mich an seinem Algorithmus vorbei zu hacken, wisst ihr?“

“Was für eine Datenbank war das?“, fragte Hailey.

Megan verschränkte die Arme. “Eine, mit der man eine Menge Geld machen kann. Der Zeugenschutz.“

***

Charlie schüttelte verzweifelt den Kopf. “Ich kann das nicht. Ich habe keinen Zugriff auf die Datenbank des Zeugenschutzes. Ich müsste das erst beantragen. Ich meine, ich würde zweifellos einen Zugriff bekommen, aber … das müsste ich persönlich beantragen.“

Connor biss in sein Sandwich und zog sich einen Stuhl heran, um sich neben Charlie zu setzen. “Verkaufen Sie mich nicht für dumm, Professor. Ich hatte die Idee mit den Zeugenschutz schon aufgegeben, weil Kenny sich nicht rein hacken konnte und wenn es so jemand wie Kenny nicht schafft … also haben wir uns auf die Vorbereitungen für die Überfälle konzentriert. Ich muss zugeben, es war Zufall, dass wir Sie entdeckt haben. Wir wollte eigentlich nur sehen, wer mit Agent Eppes die Bank überwacht. Aber als ich dann gesehen habe, was Sie vor ein paar Monaten getan haben, wusste ich, dass Sie der Mann sind, der meine Probleme lösen kann. Ich habe inzwischen ein paar sehr ungeduldige Kunden, die viel Geld für ein paar Namen und Adressen bezahlen würden. Enttäuschen Sie mich jetzt nicht.“ Charlie starrte auf den Bildschirm. Kenny saß ihm gegenüber und blickte auf sein Sandwich hinunter. Er sah nicht hungrig aus. Im Gegenteil wirkte er eher, als sei ihm übel. Connor ergriff eine Handvoll von Charlies Haaren und zwang ihn, ihm in die Augen zu sehen. “Sie schreiben den Algorithmus auf, den Sie ausgearbeitet haben. Und Kenny wird den Rest übernehmen. Und während er daran arbeitet, kann uns das FBI nicht dazwischen funken. Schließlich sind wir mit einem gültigen Passwort eingeloggt. Die merken erst was, wenn es zu spät ist.“ Connor blickte zu dem unglücklichen jungen Mann ihm gegenüber. “Nicht wahr, Kenny? Mit dem Algorithmus wirst du es schaffen.“ Kenny nickte zögerlich, sah zu Charlie auf und starrte ihn flehend an. Charlie warf einen bittenden Blick zurück, aber Kenny wich ihm aus. Connor blickte wieder zu Charlie, nahm eine lauernde Haltung ein. Charlie wusste, dass Connor wieder ungeduldig wurde. “Also?“

Charlie schüttelte den Kopf. “Das kann ich nicht tun. Das wäre Mord.“ Connor sprang auf zerrte Charlie an den Haaren von seinem Stuhl hoch und zu der Tür, hinter der Colby wartete.

“Steve, mach auf“, befahl Connor auf halbem Wege, ließ Charlies Haare los und ergriff stattdessen seinen Arm, um ihn weiter zu ziehen. Steve öffnete die Tür und richtete die Waffe auf Colby, der von der Matratze aufgestanden war. Connor schleuderte Charlie nach vorne und sein verletztes Bein knickte ein. Er landete auf dem gekachelten den Boden des Raumes. “Sie machen es oder wir erschießen ihn.“ Steve trat neben Charlie und richtete die Waffe auf Colby. Charlie konnte an Steves Beinen vorbei Kenny sehen, der hinter ihnen stand und die Szene beobachtete.

“Es wäre Mord“, sagte er wieder, richtete die Worte an Kenny, der einen Schritt zurück machte, “All die Kinder und Familien.“

“Ich gebe Ihnen eine Minute Bedenkzeit“, antwortete Connor. Charlie blieb am Boden liegen, damit er Kenny weiterhin im Blick hatte und er starrte ihn flehend an. Kenny verschränkte die Arme und versuchte, Charlies Blick auszuweichen, aber er konnte sich scheinbar nicht dazu bringen, wegzusehen. Aber Charlie wusste, dass Kenny all das nicht wollte.

Colby machte einen Schritt nach vorne. “Nicht, Charlie. Ist okay.“

“Bleib stehen“, verlangte Connor und während er und Steve von Colby abgelenkt waren, der die Arme hob und wieder zurücktrat, blickte Charlie Kenny an und formte mit den Lippen ein Wort: Bitte.

Kenny wischte sich über die Augen, wandte den Blick ab, dann hob er kurz den Daumen seiner rechten Hand und antwortete stumm: Tu es.

“Letzte Chance“, sagte Connor.

“Schon gut“, sagte Charlie. “Ich mache es.“

Connor war einen Moment überrascht, dann nickte er aber. “Gut.“ Er ließ einen Notizblock auf den Boden fallen und daneben einen Kugelschreiber. “Schreiben Sie die Formel auf.“ Charlie griff nach dem Stift.

***

Connor verließ den Raum selbstzufrieden lächelnd und mit dem Block in der Hand. Die Tür fiel laut ins Schloss und nur einen Moment später sagte Colby: “Das hättest du nicht tun sollen.“ Charlie lehnte sich an die Wand und zog die Beine an den Körper.

Er umschlang sie mit den Armen und antwortete: “Kenny ist auf unserer Seite.“

“Was?“, fragte Colby verwirrt.

“Ich glaube, er will das alles genauso wenig wie wir.“

“Warum macht er dann mit?“, fragte Colby.

“Wegen Connor“, antwortete Charlie.

Colby nickte langsam und dachte an das, was Hailey ihnen erzählt hatte. “Möglich. Connor war Kennys Beschützer im Gefängnis.“ Charlie seufzte schwer und schloss die Augen. Er wollte nach Hause. Zu Don und seinem Vater. Er wollt Larry sehen. Und vor allem Amita. Colby kam zu ihm hinüber und setzte sich neben ihn. “Das ist alles bald vorbei“, meinte er beruhigend. Charlie wollte ihm wirklich glauben.

***

Der kleine Briefumschlag in der unteren Ecke von Dons Bildschirm wies ihn penetrant darauf hin, dass er eine interne E-Mail hatte. Aber er hatte im Augenblick wirklich keine Lust, sich damit auseinanderzusetzen. Auf der anderen Seite könnte es eine Nachricht von Merrick sein und das überzeugte Don dann doch davon, die E-Mail zu öffnen. Er erstarrte, als er den Absender sah. Sie war von der internen Adresse seines Bruders. Charlie benutzte diese E-Mail-Adresse nie, aber jeder Mitarbeiter verfügte über eine.

Ihr Bruder ist auf dem alten Silvermedia-Gelände. Connor und Steve sind bewaffnet.

“Mein Gott“, murmelte Don. Megan und Hailey drehten sich zu Don um. Megan saß an ihrem Schreibtisch und sprach mit dem Zeugenschutz über die Bedrohung, während Hailey an Davids Platz mit der IT sprach und sie vor Hack-Angriffen warnte.

Megan stand auf und zog an dem langen Kabel ihres Telefons, während sie sich über Dons Schulter lehnte. “Oh, mein Gott“, sagte sie. Dann sprach sie in den Hörer. “Shannon, ich muss auflegen. Wir haben einen Hinweis auf den Aufenthaltsort der Hacker.“

“Wir werden niemanden in Panik versetzen, solange es nicht nötig ist. Aber wir werden die Daten vom Server nehmen und abwarten, bis ihr Entwarnung gebt.“

“Alles klar“, antwortete Megan, dann legte sie auf. “Die E-Mail ist von Charlie?“, fragte sie ungläubig.

Don griff schon zu seinem Telefon. “Von Charlies interner Adresse. Er spricht von Connor und Steve – sie muss von Kenny sein“, korrigierte er.

Hailey legte auf. “Ich habe die Bestätigung. Professor Eppes ist seit heute Mittag eingeloggt.“

“Warum hat das niemand gemeldet?“, frage Megan.

“Es wurde kein Alarm ausgelöst. Der Zugriff war autorisiert, also hat es niemand mitbekommen“, antwortete Hailey.

Don sprach in seinen Hörer. “Ich brauche ein Team für eine Geiselbefreiung – sofort. Wir treffen uns unten.“ Megan legte ihre Waffe an und wartete, bis Don aufgelegt und ebenfalls seine Waffe aus der Schublade geholt hatte. Dann gingen sie los, um sich ausrüsten zu lassen.

“Silvermedia“, sagte Megan im Fahrstuhl, “das ist ein winziges Filmstudio im Industriegebiet Vernon. Die gingen vor ein paar Jahren bankrott, kamen nie aus dem B-Movie-Milieu raus. Meine Nachbarin hat dort gearbeitet.“

“Warum ist uns das Gelände bisher nicht aufgefallen?“, fragte Don.

“Es gibt zu viele leer stehende Gelände dieser Größe rund um und auch in Los Angeles, Don.“

Die Fahrstuhltüren öffneten sich. Don nickte. “Ist auch gleichgültig“, meinte er und begrüßte die Einsatztruppe, die sich mit Westen und schwerem Geschütz ausstatteten, mit einem Kopfnicken. “Solange wir Charlie und Colby jetzt da raus holen können.“

***

Don wartete, bis alle Teams ihr Okay gegeben hatten, ehe er ins Funkgerät sagte: “Zugriff. Zugriff.“ Dann stieß er die Tür zu der großen Halle auf, in der vor Jahren Filmsets aufgebaut worden waren. “FBI!“, rief er. Die Halle war notdürftig wohnlich gemacht worden. Der weiße Van stand vor dem großen Rolltor, durch das nun ebenfalls Agents stürmten – sowie durch die vielen Türen. Plötzlich schlugen Kugeln neben Don und Megan in der Wand ein. Sie warfen sich zu Boden und suchten Schutz hinter einer Couch. Er blickte um das Sofa herum und konnte Connor und Steve ausmachen, die in alle Richtungen feuerten. Aber sie kämpften auf verlorenem Posten, denn sie waren nur zu zweit. Steve wurde getroffen und ging zu Boden, während Connor durch eine Metalltür verschwand. Don und Megan waren der Tür am nächsten und machten sich geduckt auf den Weg dorthin, während andere Agents den Keller und die restlichen Räume stürmten.

Colby war aufgesprungen, sobald das dumpfe Geräusch von Schüssen durch die Metalltür gedrungen war. “Charlie. Das sind sie“, sagte er erleichtert und er zog den Professor auf die Beine und in eine Ecke des Raumes. Die Tür sprang auf und Connor kam herein. Er warf die Tür ins Schloss, drehte den Schlüssel und sah sich nach seinen Geiseln um. Als er sie entdeckte, richtete er die Waffe auf sie. Ein Schuss fiel – draußen – und grub sich in das Metall der Tür knapp oberhalb des Schlosses. Colby wusste, dass seine Kollegen noch einen Moment Zeit brauchten.

“Nicht viel Zeit“, meinte Connor in diesem Moment kalt und Colby glaubte, den dreifachen Mörder in ihm erkennen zu können, “kommen Sie her, Charlie. Sie müssen Ihrem Bruder Hallo sagen.“

Colby drückte Charlie an die Wand, obwohl der Professor keine Anstalten machte, zu gehorchen. “Es ist vorbei“, sagte er. Charlie zuckte zusammen, als Connor abdrückte.

Er starrte Colby an, als dieser stöhnte und bemerkte, dass sich das Hemd des Agents an der Brust rot färbte. “Colby?“, fragte panisch.

“Ich brauche Sie nicht mehr, Agent“, sagte Connor. Charlie starrte ihn ungläubig dann, dann versuchte er vergeblich, Colby festzuhalten, der zu Boden fiel. Ohne lange zu überlegen, zog er sein Sweatshirt aus und drückte ihn auf die Schusswunde. In dem T-Shirt, das er unter dem Sweatshirt trug, wurde ihm schnell kalt, aber er konzentrierte sich auf den Agent. Dann rammte etwas die Tür und Connor kam mit schnellen Schritten auf Charlie zu. Als die Tür wieder eingeschlagen wurde und dieses mal nachgab, packte Connor Charlie und zog ihn hoch, benutzte ihn als Schutzschild. Don, Megan und zwei weitere Agents stürmten den Raum und erfassten die Lage, ehe sie drohend ihre Waffen auf Connor richteten. Don trat einen Schritt vor und Connor drückte seine Waffe an Charlie Schläfe. “Déjà-vu“, sagte er.

“Ja“, antwortete Don, “nur dieses mal gibt es keine Hintertür.“

“Lassen Sie die Waffe fallen“, verlangte Megan. Charlie starrte seinen Bruder an. Er wollte, dass Don ihm sagte, was er tun sollte. Er selbst wusste es nicht. Connor festigte seinen Griff und trat näher an Charlie heran. Und näher an Colby. Charlie sah die Bewegung aus dem Augenwinkel, ehe Connor sie auch nur wahrnehmen konnte. Colbys Fuß traf Connors Knie mit all der Wucht, die der verletzte Agent aufbringen konnte und Charlie hörte, wie irgendetwas in Connors Knie brach. Connor schrie auf und ließ Charlie los. Charlie ging in die Hocke und Don feuerte. Ein Schuss in die Schulter reichte. Connor stolperte zurück und sank zu Boden. Die zwei Agents stürmten sofort auf ihn zu, um ihn zu entwaffnen, während Megan zu Colby eilte.

Charlie beobachtete, wie Connor fest genommen wurde und fuhr zusammen, als Don ihm eine Hand auf die Schulter legte. “Hey“, sagte sein Bruder beruhigend und hockte sich neben ihn, “es ist vorbei.“ Charlie ließ sich zu Boden fallen und stützte den Kopf in die Hände, als die ganze Anspannung der letzten Tage plötzlich von ihm abfiel. Ihm wurde schlecht und er begann zu zittern. “Schon gut“, murmelte Don. Charlie hörte Kleidung rascheln und spürte dann, wie Don seine schwere Jacke um seine Schultern legte. “Bist du verletzt?“, fragte sein Bruder leise. Charlie schluckte hart. “Komm schon, Kumpel“, murmelte Don und legte einen Arm um seine Schultern. “Sag was.“

Charlie lehnte sich in die Umarmung und antwortete: “Danke.“ Er schluckte erneut mühsam, versuchte, Tränen zu unterdrücken und hielt die Augen geschlossen, um sie zu verstecken. “Danke.“ Don legte auch den anderen Arm um ihn und zog ihn in eine Umarmung. Es kam nicht oft vor, dass sie das taten. Maggie war die taktile Person in ihrer Familie gewesen. Und während Charlie zwar gerne immer eine Umarmung oder einen Kuss von ihr angenommen hatte, so war er seinem Vater und seinem Bruder gegenüber zurückhaltender.

Don beobachtete die Sanitäter, die sich um Colby geschart hatten und antwortete leise: “Keine Ursache.“

Epilog
Brute Force Masterlist

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