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Torchwood: Weinende Erde 5/17 (Fanfiction)

Weinende Erde 5/17

Serie: Mosaik
Worte: 41.067
Inhalt: Coedwig Street war lange Zeit eine friedliche Nachbarschaft, doch seit neuestem treibt sich dort ein geheimnisvolles Wesen herum, das die Anwohner verschreckt und Torchwood auf den Plan ruft. Das Team ahnt nicht, dass es sich mit einer Kraft anlegt, die älter als der Planet selbst ist … und gefährliche Verbündete hat. Und während Gwen mit Beziehungsproblemen kämpft und Ianto mit der Tatsache, dass er sich zu Jack hingezogen fühlt, scheinen die Feen noch eine Rechnung mit dem Captain offen zu haben.
Charaktere: Jack Harkness, Ianto Jones, Gwen Cooper, Toshiko Sato, Owen Harper, Rhys Williams, die Feen, Andy Davidson, Myfanwy, OCs
Pairing: Jack/Ianto, Gwen/Rhys
Rating: PG-13
Spoiler: Wie alles begann, Die Geistermaschine, Aus dunkler Vorzeit, Offenbarungen, Charaktere aus Kinder der Erde (Iantos Familie) / Romane: Slow Decay / Doctor Who: Andeutungen auf The end of the World und The Sound of Drums, sowie The Last of the Time Lords
Setting: nach Aus dunkler Vorzeit
Warnungen: MPreg eines OCs, in der Vergangenheit.
Feedback: Brauche ich wie Luft zum Atmen.
Beta: Vistin, alt_universe_me  und danian . Danke.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Kapitel 4
Masterliste

***
***


5.


Das tote, nackte Weevil auf Owens Autopsietisch war nicht gerade das, was Gwen sich unter einem ruhigen Morgen in der Basis vorgestellt hatte. Erst recht nicht, nachdem sie das Frühstück damit verbracht hatte, Rhys anzuschweigen, der noch immer wütend wegen der Einrichtung, der Wohnung und ihren Arbeitsstunden war.

Owen maß das Weevil mit einem langen, abschätzenden Blick, als könne er sich nicht entscheiden, wo er mit dem Sezieren anfangen sollte. Jack hatte das Wesen am Morgen tot in seiner Zelle gefunden. Owen hatte festgestellt, dass es nicht an einer Krankheit gestorben war und wollte herausfinden, woran es lag. Das Weevil war gerade mal drei Tage bei Torchwood gewesen. Es hatte nicht mal einen Namen gehabt.

Tosh stand neben Gwen auf der Ballustrade des Autopsieraumes. Sie lehnten auf dem Geländer und beobachteten Owen bei der Arbeit. Gwen stützte den Kopf auf eine Hand. “Mal ehrlich … wo kommt Jack her? Er weiß all dieses Zeug, er … ist anders.“ Gewn fand, dass diese Frage eine Antwort verdiente. Sie wusste, dass er nicht sterben konnte, aber er wich ihr immer wieder aus, sobald es darum ging, wer er eigentlich war und woher er kam. Und mit Tosh und Owen gemeinsam konnte sie es vielleicht herausfinden.

Owen verdrehte die Augen. “Kannst du damit nicht aufhören?“, fragte er.

Tosh nickte zustimmend. “Es hat uns nie geholfen, ihn zu fragen. Und wir haben's versucht.“

Gwen wollte nicht aufgeben. “Er muss weit über 70 sein, aber er sieht nicht älter aus als 35 und wir sind uns gestern doch darüber einig geworden, dass er manchmal etwas merkwürdig ist.“

Tosh zwinkerte Gwen zu. “Owen ist manchmal auch etwas merkwürdig.“

“Hey! Ich kann dich hören“, antwortete Owen und setzte einen klassischen ypsilon-förmigen Schnitt im Brustkorb an. “Was du sagst, Gwen“, meinte er dann und griff nach einer Rippenschere, “ist, dass er ein Alien ist.“

“Das könnte erklären, warum er noch so jung aussieht“, meinte Gwen. 'Und dass er nicht sterben kann', fügte sie in Gedanken hinzu. Owen begann, durch die Rippen zu schneiden. Tosh verzog angeekelt das Gesicht. Gwen verschränkte die Arme. “Ich sage ja nur“, meinte sie. “Er könnte ruhig ehrlicher zu uns sein. Wir haben nicht die geringste Ahnung, wer er ist.“

Owen seufzte. “Da muss ich dir allerdings wieder zustimmen.“

Tosh trommelte mit den Fingern einer Hand auf das Geländer. “Suzie und ich haben mal die Theorie aufgestellt, dass er durch den Riss gefallen ist.“

Gwens Augen weiteten sich. “Meinst du?“

“Ja“, antwortete Tosh. “Er könnte aus den 30ern kommen und ist nur durch eine Zeitverschiebung hier gelandet.“

Gwen kniff die Augen zusammen. “Das würde bedeuten, dass es keine Aufzeichnungen über ihn geben dürfte – von den 30ern bis zu den 90ern.“

Owen sah nur kurz zu ihr auf. “Du solltest das recherchieren. Dann bin ich dich los.“

Gwen zeigte ihm den Finger. Sie nahm an, dass Tosh Recht haben könnte. Und möglicherweise wäre die Reise durch den Riss auch eine Erklärung dafür, dass Jack nicht sterben konnte. Sie beschloss, Recherchen anzustellen.

Owen entfernte das Herz des Weevils mit mehr Freude auf dem Gesicht, als Gwen angemessen fand. Sie seufzte und sprach das andere Thema an, das sie an Jack störte: “Die Sache mit Jasmine liegt mir noch immer im Magen. Er trifft Entscheidungen, ohne sie uns zu erklären.“

Tosh säuberte ihre Brille mit dem Pullover. “Er erwartet nun mal, dass wir ihm vertrauen.“

“Ohne Fragen zu stellen?“, wollte Gwen wissen und schüttelte den Kopf. “Ohne mich. Wer sagt denn, dass man die Feen nicht hätte anders aufhalten können?“

Vom Eingang des Autopsieraums ertönte ein Räuspern und die drei drehten sich zu Ianto um, der eine Akte hielt. “Im Jahr 1239 wird ein verheerendes Erdbeben im heutigen Russland gemeldet. Mehrere Dörfer wurden vollständig zerstört. Einem alten Volksglauben nach hatte man Götter verärgert, die ein Kind als Opfer forderten. 1434 – Spanien: Ein Mann tötet seinen Sohn, um ihn davor zu bewahren, mit einer Gruppe von Dämonen zu gehen. Seine Heimatstadt wurde von einer plötzlichen Flut überrascht und beinahe alle Einwohner starben. Im Jahr 1439 geschah etwas ähnliches im heutigen Deutschland. 1893, London: Es wird die Sichtung von geflügelten Wesen berichtet, die nach einem Kind verlangten. Als die Eltern sich weigerten, das Kind gehen zu lassen und es anketteten, rissen die Wesen das Haus nieder, was sämtliche Bewohner tötete. 1908, Indien: Ein Junge berichtet, sein Bruder sei von Göttern als Opfer gefordert worden. Als die Familie sich weigerte, das Kind gehen zu lassen, wurden sie von Blitzschlägen getötet und das Gut der Familie von der Flut zerstört. Der Junge war der einzige Überlebende. 1945, Ohio: Eine ganze Stadt wird dem Erdboden gleichgemacht, nachdem eine der Familien, die dort lebte, ihre Tochter erschoss. Angeblich wollten Aliens sie entführen.“ Er blickte auf.

Einen Moment lang herrschte absolute Stille im Raum, dann sagte Owen: “Eine Geschichtsstunde. Wie nett.“

Ianto starrte ihn an, eine Spur von Vorwurf in seinen Augen. Der Rest seiner Miene war gefasst und neutral wie immer. “Jack hatte seine Gründe, Jasmine zu opfern. Er hat es nicht gern getan oder weil er es unbedingt wollte oder weil es ihm egal war, sondern weil er keine andere Wahl hatte.“

Tosh, Owen und Gwen sahen ihn schweigend an. Ein Seitenblick in Toshs Gesicht zeigte Gwen Unsicherheit. Sie selbst verschränkte trotzig die Arme. Ianto fuhr ungerührt fort: “Und ihr solltet ihm vertrauen, weil er weiß, was er tut. Weil er alles tun würde, um diese Stadt zu schützen. Weil er unser Anführer ist.“ Er senkte kurz den Blick und fügte dann leiser hinzu: “Und der wichtigste Grund: Weil er es verdient hat.“ Ianto starrte sie alle nacheinander an. “Ich glaube, jedem von euch fällt mindestens eine Gelegenheit ein, bei der Jack euch vertraut hat ohne zu fragen wieso.“

Gwen senkte betroffen den Blick. Jack hatte nie verlangt, dass sie über seine Unfähigkeit zu sterben schwieg. Er vertraute darauf, dass sie es tat, obwohl er sie erst wenige Monate kannte.

Ianto schien sich durch die Stille bestätigt zu fühlen. “Und jetzt ist es soweit, dass Jack unser Vertrauen braucht, ohne dass wir fragen wieso. Es mag uns nicht gefallen, aber Jasmine war ein Opfer, das nötig war. Jack hätte es verhindert, wenn er gekonnt hätte. Und ich denke, das wisst ihr alle.“ Er lächelte bitter. “Wir können nicht immer gewinnen.“

Owen kam die Treppe hoch und stellte sich neben Gwen. Er reckte das Kinn vor. “Und ausgerechnet du hältst zu ihm? Trotz allem?“

Ianto schluckte und Gwen sah einen Funken Trauer in seinen Augen, der jedoch sofort unterdrückt wurde. “Wir können nicht immer gewinnen“, wiederholte er. Dann wandte er sich ab und verließ den Autopsieraum. Owen, Tosh und Gwen warfen sich unsichere Blicke zu. Owen fuhr sich schließlich trotzig durch die Haare und kehrte zu seiner Autopsie zurück. Gwen wandte sich von der Tür ab und beobachtete ihn stumm.

Neben ihr lehnte sich Tosh mit den Armen auf das Geländer und räusperte sich leise. “Ich denke, er hat Recht.“

Owen zuckte mit den Schultern. “Und wenn schon?“, fragte er. Gwen sah, dass er schluckte und einen Moment lang die Augen schloss und sie war sich ziemlich sicher, dass ihm all die Gelegenheiten durch den Kopf gingen, in denen Jack zu ihm gestanden hatte. Das jüngste Ereignis war gerade mal zwei Wochen her. Jack hatte Owen verziehen, dass er versucht hatte, seine Kollegen mit der Kraft seiner Gedanken zu manipulieren, hatte ihm verziehen, dass er Iantos Leben gefährdet hatte. Er hatte ihn nicht mal suspendiert, sondern ohne Zögern anerkannt, dass Owen ebenfalls ein Opfer gewesen war.

Gwen versuchte, den Gedanken zu ignorieren, dass Ianto Recht hatte, denn was mit Jasmine geschehen war, war etwas anderes. Aber so ganz gelang es ihr nicht.

***

Jack hatte den Eindruck, dass das Team ein klein wenig weniger unfreundlich zu ihm war, als er sie in den Konferenzraum rief. Dennoch lief die Besprechung etwas schleppend, hauptsächlich deshalb, weil sie nicht wussten, mit was sie es in der Coedwig Street eigentlich zu tun hatten.

Tosh, Owen und Gwen saßen zu Jacks rechter und linker Seite. Er hatte sich wie immer den Platz am Kopfende des Tisches ausgesucht. Ianto hatte ihnen Kaffee serviert, es dann aber vorgezogen, in die Touristeninformation zu gehen, um zu arbeiten. Der Kaffee war inzwischen kalt oder getrunken und Owen, der lange Besprechungen hasste, wurde langsam unruhig. Jack beschloss, zum Abschluss zu kommen. “Um es ganz deutlich zu sagen“, erklärte er, “ich bin mir nicht ganz sicher, ob an der ganzen Sache was dran ist, aber wir haben nichts dringliches zu tun und sollten dem lieber nachgehen. Wir werden die Nachbarschaft befragen.“

Gwen hob eine Hand, um Jack auf sich aufmerksam zu machen und er nickte ihr zu. Sie lehnte sich auf die Tischplatte und stützte den Kopf auf eine Hand. “Andy hat mir eine Liste mit den Adressen derjenigen geschickt, die etwas gesehen haben wollen.“

“Das macht es leichter“, meinte Jack. “Schick sie Ianto. Er soll sie sofort ausdrucken. Ich hole sie gleich in der Touristeninformation ab. Er braucht nicht runter zu kommen.“

Gwen zog einen der Laptops heran, um die E-Mail zu verschicken. Jack wandte sich an Tosh, die mit ihrem eigenen Laptop und mehreren kompliziert wirkenden Ausdrucken neben ihm saß.

“Wie sieht's mit Rissaktivitäten in der Gegend aus?“

Sie schüttelte den Kopf. “Meine Scanner zeigen nichts an.“

“Na schön, dann war's das fürs Erste.“ Er wandte sich an Owen. “Hast du raus gefunden, warum das Weevil gestorben ist?“

“Herzinfarkt“, antwortete Owen.

Jack hob überrascht die Augenbrauen. “Ernsthaft?“

“Vielleicht war es ein Sensibelchen. Vielleicht haben wir es überfordert und es ist nach drei Tagen vor Stress gestorben“, antwortete Owen schulterzuckend.

“Und was hast du zu Stuart?“

“Noch nichts. Ich wollte erst die Autopsie machen, um sicher zu gehen, dass wir nichts gefährliches in der Basis haben. Ich kümmere mich morgen gleich um Stuarts Blutproben. Noch heute, falls wir nicht zu spät mit den Befragungen fertig sind.“

“Gut“, nickte Jack. “Wir brechen in zehn Minuten zur Coedwig Street auf. Trefft mich am Wagen.“

Sein Team stand auf, um sich fertig zu machen.

“Owen, warte einen Moment“, sagte Jack und Owen blieb zurück, während Gwen und Tosh mit den Laptops unter dem Arm den Konferenzraum verließen. Jack stemmte die Hände in die Hüften und trat näher auf Owen zu. “Heute war Iantos Untersuchung?“

“Ja.“

“Wie sieht's aus?“

Owen seufzte tief und lehnte sich an den Tisch. Er verschränkte die Arme und setzte sein Doktorgesicht auf. Konzentriert und kompetent.

“Soweit ich sehen kann, ist alles in Ordnung. Sein Blutdruck ist etwas erhöht, aber nichts, was Besorgnis erregend wäre. Das Problem ist nach wie vor sein Gewicht.“

Jack zog die Augenbrauen zusammen. “Er nimmt nicht zu?“

Owen schüttelte seufzend den Kopf. Dann meinte er: “Die gute Nachricht ist, dass er auch nicht weiter abnimmt. Vielleicht erreichen wir langsam einen Wendepunkt. Aber er muss mehr essen und vor allem regelmäßiger. Hast du mal seinen Kühlschrank gesehen?“

Jack verschränkte die Arme. “Während der Suspendierung.“

“Ich bin kein Meisterkoch – ehrlich gesagt ist mein Herd eher Deko -, aber Iantos Kühlschrank war beängstigend.“

Jack erinnerte sich. Wasser, Saft, Eier und Milch. Er versuchte, ein Auge auf Iantos Essgewohnheiten zu haben, aber es war nicht leicht. Seit dem Ende der Suspendierung war er nicht mehr in Iantos Wohnung gewesen und immer waren andere Dinge wichtiger.

“Ich kümmere mich drum“, sagte Jack. “Ich rede mit ihm.“

Owen nickte zustimmend. “Klingt nach einem guten Plan.“ Er stieß sich vom Tisch ab und ging Richtung Tür. Dort verharrte er und wandte sich noch einmal zu Jack um. Einen Moment lang schien er zu zögern.

Jack hob die Augenbrauen, neugierig. “Ja?“

“Wir verstehen nicht, warum du es getan hast und wir finden es nicht ideal“, sagte Owen. Er sah fest in Jacks Augen und sprach langsam, als wolle er die Worte auf die richtige Art herausbringen und keinen Raum für Missverständnisse lassen. “Aber wir haben beschlossen darauf zu vertrauen, dass es das Richtige war.“

Jack nickte langsam. “Danke.“

Owen schenkte ihm ein angespanntes Lächeln. “Sieh es als deine Du kommst aus dem Gefängnis frei-Karte. Aber, Jack … du musst dir angewöhnen, uns aufzuklären. Wir können nicht immer alles einfach hinnehmen.“

Jack nickte knapp. “Zur Kenntnis genommen. Danke, Owen.“

Kapitel 6
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