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Weinende Erde 11/17

Serie: Mosaik
Worte: 41.067
Inhalt: Coedwig Street war lange Zeit eine friedliche Nachbarschaft, doch seit neuestem treibt sich dort ein geheimnisvolles Wesen herum, das die Anwohner verschreckt und Torchwood auf den Plan ruft. Das Team ahnt nicht, dass es sich mit einer Kraft anlegt, die älter als der Planet selbst ist … und gefährliche Verbündete hat. Und während Gwen mit Beziehungsproblemen kämpft und Ianto mit der Tatsache, dass er sich zu Jack hingezogen fühlt, scheinen die Feen noch eine Rechnung mit dem Captain offen zu haben.
Charaktere: Jack Harkness, Ianto Jones, Gwen Cooper, Toshiko Sato, Owen Harper, Rhys Williams, die Feen, Andy Davidson, Myfanwy, OCs
Pairing: Jack/Ianto, Gwen/Rhys
Rating: PG-13
Spoiler: Wie alles begann, Die Geistermaschine, Aus dunkler Vorzeit, Offenbarungen, Charaktere aus Kinder der Erde (Iantos Familie) / Romane: Slow Decay / Doctor Who: Andeutungen auf The end of the World und The Sound of Drums, sowie The Last of the Time Lords
Setting: nach Aus dunkler Vorzeit
Warnungen: MPreg eines OCs, in der Vergangenheit.
Feedback: Brauche ich wie Luft zum Atmen.
Beta: Vistin, alt_universe_me  und danian . Danke.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Kapitel 10
Masterliste

***
***


11.


Die Bäume des Roundstone Wood schluckten das Licht der Stadt, der Boden war etwas matschig vom Regen der letzten Tage und es war kalt. Tosh schlug den Kragen ihrer Jacke hoch, während Owen vor sich hin jammernd eine Hand in seine Lederjacke schob. Gwen ging neben Tosh - die Jacke bis oben hin geschlossen und mit leise klappernden Zähnen. Die umher irrenden Lichtstrahlen der Taschenlampen der drei Teammitglieder fingen ab und zu Jack, der ihnen mehrere Schritte voraus war und durch den Wald eilte, als wolle er einen wichtigen Termin nicht verpassen. Seine eigene Taschenlampe wies ihm den Weg und beleuchtete seine Umrisse. Owen stolperte über eine Wurzel und fluchte leise. “Eine Frage“, sagte er und blickte mit zusammengekniffenen Augen zu Jack. “Warum mussten wir so lange warten? Heute Nachmittag wäre es wärmer hier draußen gewesen.“

Jack schaute kurz zu ihnen zurück. “Ja, das wäre es. Aber die Feen trifft man wenn überhaupt nur nachts an. Laut Estelles Aufzeichnungen.“

Tosh stolperte über einen am Boden liegenden Ast und Owen ergriff ihren Arm, bevor sie fallen konnte.

“Danke“, murmelte sie. Erst als Jack stehen blieb und Owen fast in seinen Rücken gelaufen wäre, stellte Tosh fest, dass sie ihr Ziel erreicht hatten. Im Schein der vier Taschenlampen wirkte der Steinkreis nicht sehr beeindruckend oder unheimlich. Eher klein und etwas enttäuschend. Aber Tosh kannte genug Geschichten über Roundstone Wood, um aufmerksam um sich zu blicken. Jack stand mit den Händen auf den Hüften mitten im Steinkreis, während sein Team etwas außerhalb wartete. Da war ein Geräusch und Tosh dachte einen Moment, sie täusche sich, aber als Gwen neben ihr nach Luft schnappte und Owen den Kopf drehte, wusste sie, dass sie ein leises Lachen gehört hatte.

“Sie scheinen hier zu sein“, merkte sie an.

Jack nickte grimmig, richtete seine Worte aber nicht an das Team: “Ihr wisst, warum wir hier sind.“

Wieder ein Lachen. Tosh merkte, dass Gwen näher an Owen herantrat und tat es ihr gleich. Owen straffte die Schultern und reckte das Kinn vor. Tosh fühlte sich etwas sicherer.

Die Feen lachten wieder und Owen ergriff Toshs Arm und zog sie näher. Jack hatte ihnen gesagt, dass sie die Waffen nicht ziehen sollten, solange die Feen nicht angriffen. Das machte es ihnen allen schwerer, ruhig zu bleiben. Tosh hätte nie gedacht, dass sie mal eine Waffe vermissen würde.

Das kindliche Lachen klang unheimlich, wenn man wusste, wer dahinter steckte.

“Redet mit mir“, verlangte Jack.

Erneut ein Lachen, Flügelschlagen und dann Totenstille.

***

Gwen wusste, dass Rhys wenig begeistert davon war, dass sie erst so spät nach Hause kam. Vermutlich interpretierte er es als weiteren Versuch, der Diskussion aus dem Weg zu gehen. Aber er sagte nichts dazu, wärmte ihr nur das Abendessen auf und setzte sich zu ihr an den Küchentresen, während sie aß. Er blätterte in einem Möbelkatalog. Gwens Gedanken kreisten um die Feen und ihr Gespräch mit Ianto über Jack. Deshalb war sie überrascht, als Rhys plötzlich fragte: “Was hältst du von rot?“

Sie überlegte, ob er vielleicht einige einleitende Sätze gesagt hatte, die sie nur überhört hatte. “Was?“

“Rot“, wiederholte Rhys ungeduldig und hielt den Möbelkatalog hoch. “Rot. Für unsere neue Couch.“

“Couch“, sagte Gwen und nickte abgelenkt. “Ja, rot klingt gut.“

Rhys schlug den Katalog zu und lehnte sich auf den Tresen. “Okay, du weigerst dich, mit mir über eine gemeinsame Zukunft zu reden. Aber könntest du wenigstens genug Interesse aufbringen, Möbel für unsere Wohnung auszusuchen? Immerhin sind sie wegen deinem Job zerstört worden.“

Ihre Augen weiteten sich überrascht. “Was?“ Sie hatte geglaubt, Rhys hätte ihr die Ausrede mit den Jugendstraftaten in der Gegend abgekauft. Scheinbar hatte sie sich geirrt.

“Unsere Wohnung wird verwüstet und das erste, was du tust, ist diesen Kerl anzurufen. Warum, wenn es nicht um die Arbeit ging? Oder hast du seine moralische Unterstützung gebraucht? War meine nicht genug?“

“Rhys“, sagte Gwen langsam, “du musstest arbeiten und ich brauchte Hilfe beim Aufräumen.“

“Und Jack hat dir geholfen.“

“Ja“, antwortete sie kühl.

“Beim Aufräumen“, wiederholte Rhys nickend und stand auf.

“Wo willst du hin?“, fragte Gwen.

“Mit Daf und Banana Boat was trinken. Mir reicht's.“

Sie stand auf und folgte ihm in den Flur. “Rhys, du bleibst hier.“

“Wozu?“, fragte er und zog seine Jacke an. “Brauchst du Hilfe mit der Spülmaschine? Oder der Wäsche?“ Er breitete die Arme aus und meinte spöttisch: “Ruf Jack an!“

Die Wohnungstür fiel laut hinter ihm ins Schloss. Gwen stieß einen frustrierten Aufschrei aus und trat gegen die Wand. “Scheiße!“ Sie wischte sich verzweifelt über die Augen. Sie musste sich eingestehen, dass es nicht funktionierte. Ihr Job und Rhys. Sie konnte nicht beides haben. Es erklärte, warum sonst niemand bei Torchwood eine feste Beziehung hatte. Weil niemand, nicht mal so tolerante und geduldige Menschen wie Rhys, es lange mit den Geheimnissen und den langen Arbeitstagen aufnehmen wollte.

Tränen liefen ihr über die Wangen und sie griff kurzentschlossen nach ihrem Handy. Aber vielleicht gab es eine andere Möglichkeit. Sie brauchte jedoch Jacks Zustimmung.

Ungeduldig wartete sie, während das Freizeichen ertönte. Dann: “Harkness.“ Er klang etwas ungeduldig, als hätte sie ihn bei etwas wichtigem unterbrochen. Gwen unterdrückte den Drang, ihre Hilfe bei was auch immer anzubieten. Mehr Arbeit war nicht die Lösung.

“Jack ...“ Sie brach ab.

“Gwen. Was ist los?“ Er klang nun besorgt.

Sie wischte sich über die Augen und meinte: “Ich glaube ich kann das nicht.“

Es war ruhig am anderen Ende, dann fragte Jack: “Was?“

“Rhys anlügen. Ich muss mit ihm über meinen Job reden können, ich kann nicht-“

“Gwen“, unterbrach er sie, “ich denke, du kennst die Antwort.“

Sie strich sich die Haare aus der Stirn. “Können wir nicht darüber reden? Ich könnte in die Basis kommen und-“

“Nein.“ Inzwischen streng. “Gwen, das ist nicht verhandelbar. Du musst genau über das nachdenken, was du willst, verstanden?“

Sie wischte sich Tränen von den Wangen, suchte nach einem einschlagenden Argument und konnte es nicht finden.

“Gwen?“

“Verstanden“, murmelte sie und legte auf.

***

Jack legte auf und stützte sich seufzend auf seinem Schreibtisch ab. Er hoffte wirklich, dass sie Gwen jetzt verlieren würden. Auf der einen Seite konnte er verstehen, warum sie ihn darum bitten wollte, Rhys einzuweihen, aber auf der anderen hatte er den Regeln Torchwoods zu gehorchen und nicht mal seine Position als Boss erlaubte es ihm, eine der wichtigsten Grundsätze des Instituts zu ändern. Zuerst Rhys und dann würde irgendwann der nächste kommen, der eingeweiht werden sollte. Er konnte nicht nachgeben.

“Sir?“, fragte Ianto von der Tür aus.

Jack hob den Kopf und setzte ein Lächeln auf. “Ianto.“ Seine Augen blieben an dem T-Shirt und der Jogginghose hängen und sein Lächeln wurde breiter. “Kein Anzug?“

Iantos Mundwinkel zuckten leicht nach oben. “Ich denke, es gibt Momente, in denen ein Anzug im Schrank hängen bleiben sollte.“

Jack klatschte in die Hände. “Habe ich ein Glück.“ Er knöpfte das Hemd auf und zog es aus, bevor er das T-Shirt aus der Hose zog und auffordernd die Arme ausbreitete. “Dann sollten wir anfangen.“

***

Gwen seufzte tief und schloss die Waschmaschine. Sie hatte gehofft, mit Jack reden zu können und überlegte ernsthaft, ob sie in die Basis fahren und ihn besuchen sollte. Doch dann schüttelte sie den Gedanken ab. Sie schaltete die Maschine an und machte den Abwasch. Sie machte die Küche sauber. Sie putzte das Bad. Sie räumte das Schlafzimmer auf. Dann nahm sie ihre Schlüssel und verließ die Wohnung.

Kapitel 12
Masterliste