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Weinende Erde 13/17

Serie: Mosaik
Worte: 41.067
Inhalt: Coedwig Street war lange Zeit eine friedliche Nachbarschaft, doch seit neuestem treibt sich dort ein geheimnisvolles Wesen herum, das die Anwohner verschreckt und Torchwood auf den Plan ruft. Das Team ahnt nicht, dass es sich mit einer Kraft anlegt, die älter als der Planet selbst ist … und gefährliche Verbündete hat. Und während Gwen mit Beziehungsproblemen kämpft und Ianto mit der Tatsache, dass er sich zu Jack hingezogen fühlt, scheinen die Feen noch eine Rechnung mit dem Captain offen zu haben.
Charaktere: Jack Harkness, Ianto Jones, Gwen Cooper, Toshiko Sato, Owen Harper, Rhys Williams, die Feen, Andy Davidson, Myfanwy, OCs
Pairing: Jack/Ianto, Gwen/Rhys
Rating: PG-13
Spoiler: Wie alles begann, Die Geistermaschine, Aus dunkler Vorzeit, Offenbarungen, Charaktere aus Kinder der Erde (Iantos Familie) / Romane: Slow Decay / Doctor Who: Andeutungen auf The end of the World und The Sound of Drums, sowie The Last of the Time Lords
Setting: nach Aus dunkler Vorzeit
Warnungen: MPreg eines OCs, in der Vergangenheit.
Feedback: Brauche ich wie Luft zum Atmen.
Beta: Vistin, alt_universe_me  und danian . Danke.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Kapitel 12
Masterliste

***
***


13.


Als Tosh die Touristeninformation betrat, stand Ianto bereits hinter dem Tresen und ging die Post durch. Sie sperrte den verregneten Tagesbeginn aus und trat näher. “Morgen, Ianto“, begrüßte sie ihn lächelnd.

Er hob den Blick von einem Brief, den er las, und antwortete: “Guten Morgen.“ Er schenkte ihr ein kleines Lächeln, aber es wirkte müde.

Tosh stellte einen Becher Kaffee auf den Tresen. “Für dich.“

Er blickte auf und lächelte. “Danke. Das wäre nicht nötig gewesen.“

“Kein Problem.“ Es war lange her, dass sie Ianto das letzte Mal Kaffee mitgebracht hatte. An seinem letzten Tag vor der Suspendierung, einen Tag nach Lisas Tod, hatte sie mit einer freundlichen Geste zeigen wollen, dass sie verstanden hatte, dass er vernachlässigt worden war. Damals hatte er das Geschenk nicht angenommen. Doch das war lange her und viel hatte sich seitdem geändert. Sie und Ianto waren Freunde geworden und sobald die Schatten aus seinen Augen verschwinden würden, wäre alles besser.

Sie lehnte sich auf den Tresen, während Ianto den Deckel vom Becher entfernte und einen Schluck trank. Tosh nahm einen der Briefe zur Hand, der an sie adressiert war. “Ich hatte gestern Besuch von Gwen.“

Er blickte sie überrascht an. “Gwen?“

“Ja. Das war auch meine Reaktion.“ Sie steckte den Brief in ihre Jackentasche und blätterte in einem der Kataloge. “Scheinbar hatte sie einen Streit mit Rhys. Sie hat mir alle möglichen Fragen gestellt über Beziehungen bei Torchwood.“ Sie sah zu Ianto auf. “Es klang beinahe so, als wäre sie interessiert an Jack.“

Ianto nickte. Ihm war das scheinbar nicht entgangen. Tosh wunderte das nicht. Er hatte eine erstaunliche Auffassungsgabe.

Sie zuckte mit den Schultern. “Ich sage es nur, weil … du und Jack ...“

Er schüttelte den Kopf und schenkte ihr ein kleines Lächeln. “Es gibt kein 'ich und Jack'.“

Tosh hob die Augenbrauen. “Aber ich dachte … ich dachte, du ...“

Er zuckte mit den Schultern. “Ich bin mir nicht mehr sicher.“ Er räusperte sich. “Und selbst, wenn ich mir sicher wäre, gäbe es noch immer kein 'ich und Jack'. Er hat gesagt, er ist nicht an etwas Festem interessiert und ich ebenfalls nicht. Es ist zu früh. Ich muss mir das durch den Kopf gehen lassen.“

Sie ergriff seine Hand. “Ianto“, sagte sie, “du kannst dir nicht sicher sein, indem du darüber nachdenkst. Das kannst du nicht analysieren, egal, wie sehr du es versuchst. Das ist etwas, was du fühlen musst.“

***

Gwen klopfte an Jacks Bürotür und lächelte, als er ihr den Blick zuwandte. Er wirkte übermüdet und angestrengt. Gwen runzelte besorgt die Stirn. “Alles okay bei dir?“

“Sicher. Ich habe nur schlecht geschlafen.“

“Ich dachte, du schläfst nicht“, antwortete sie mit einem kleinen Lächeln.

Er zuckte mit den Schultern. “Ich schlafe wenig.“ Er räusperte sich. “Was gibt’s?“

Gwen schob ihre Hände in die Hosentaschen. Es war ihr peinlich, sich schon wieder bei Jack entschuldigen zu müssen. Im Augenblick fühlte es sich an, als würde ihr alles aus den Händen gleiten.

“Es geht um gestern.“

Jack faltete die Hände auf dem Tisch. “Okay.“ Erwartungsvoll. Neugierig. Bereit zu verzeihen.

“Ich war frustriert“, sagte sie. “Ich hatte mich mit Rhys gestritten und … einen Moment lang habe ich nicht nachgedacht.“

Jack seufzte schwer und rieb sich die Stirn. “Gwen, ich weiß, dass es schwer sein muss, ihn anzulügen. Aber du willst ihn hier nicht mit reinziehen. Ich will, dass du ein normales Leben hast, weg von Torchwood.“ Er hob die Augenbrauen. “Wenn er Bescheid wüsste, dann könnte er dir das nicht bieten.“

Sie nickte verstehend. “Es ist nur schwer“, sagte sie. “Ich fühle mich wie eine Lügnerin.“

“Es ihm zu sagen, ist aber keine Lösung.“

“Ich denke nur manchmal, es wäre leichter mit jemandem, der Bescheid wüsste.“

“Möglicherweise“, antwortete Jack nickend.

“Hattest du solche Beziehungen schon?“

“Mit anderen Torchwood-Agenten? Ja.“

Sie kam etwas näher an den Schreibtisch heran, verschaffte ihrem Gespräch mehr Intimität. “Es ist leichter, oder? Über alles reden zu können.“

“Es hat seine Vorteile. Aber auch Nachteile.“ Er lehnte sich auf den Schreibtisch. “Jemand, der zu viel von dem weiß, was du täglich machst, kann dich nicht so gut ablenken wie jemand, der keine Ahnung hat. Und wenn man traumatisiert ist, dann ist es der andere in der Regel auch.“

“Was dabei hilft das Trauma zu überwinden“, konterte sie mit einem Lächeln. Sie setzte sich und lehnte sich auf den Schreibtisch, um seine Hand zu drücken.

Er zog sie weg und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. “Aber was du hast, Gwen, ist eine gute Beziehung. Du solltest sie festhalten.“ Sie starrte auf ihre Hand und zog sie zurück in ihren Schoß. Sie wusste nicht, warum sie das getan hatte, warum sie immer wieder versuchte, sich ihm anzunähern. Sie hatte Rhys. Sie war glücklich mit Rhys. Aber etwas an Jack zog sie immer wieder an und machte sie zu jemandem, der etwas anderes wollte.

Ihr wurde bewusst, dass er sie zurückwies und sie wurde rot. Er lächelte, als verstünde er, was in ihr vorging und vermutlich tat er das auch. “Es hat seine Vorteile“, wiederholte Jack, “aber die Nachteile überwiegen.“ Er presste die Lippen zusammen. “Ich spreche aus Erfahrung.“

Gwen zögerte einen Moment, dann meinte sie: “Als du neulich Matthew erwähnt hast … ich habe nach ein Fotos von ihm gesucht. Ihr wirktet sehr … vertraut.“

Jack lächelte mit einem kleinen Nicken. “Matthew ... und andere. Es zerbricht immer. Auf die eine oder andere Art. Der Job ist gefährlich, Menschen sterben oder verschwinden. Beziehungen zerreißen. Man muss schon sehr genau wissen, dass es das wert ist.“ Er nickte ihr zu. “Rhys ist es wert.“

“Du kennst ihn überhaupt nicht“, meinte Gwen.

“Er bedeutet dir genug, dass du deine Kündigung riskierst. Du bedeutest ihm genug, dass er einen Wildfremden anruft und ihm sagt, er soll die Finger von dir lassen.“

Gwen verdrehte mit einem Lächeln die Augen.

“Und der Blick“, sagte Jack und deutete mit dem Finger auf sie, ein schiefes Grinsen auf den Lippen, “genau der … der sagt es mir auch.“

Gwen legte den Kopf schief. “Erzähl mir was über … Matthew York“, sagte sie.

“Welches Bild hast du gefunden?“, wollte Jack wissen.

Sie zog das ausgedruckte Foto aus ihrer Tasche und reichte es Jack. Jack starrte auf das Bild, die Finger einer Hand gegen die Lippen gepresst und atmete tief durch. “Ich hatte beinahe vergessen, wie er gelächelt hat“, murmelte er mit heiserer Stimme.

Gwen fühlte sich etwas schuldig, da sie verantwortlich für die tiefe Trauer war, die sich in sein Gesicht schnitt. Sie versuchte zu trösten: “Es ist 70 Jahre her.“

“Das ist keine Entschuldigung.“ Er faltete das Bild zusammen und legte es auf seinen Schreibtisch. Das Telefon klingelte.

Gwen stand auf. “Ich sollte ohnehin ...“

Jack nickte. Als Gwen schon an der Tür war, sagte er: “Hey!“

Sie drehte sich zu ihm.

“Ich weiß, dass du, Owen und Tosh ganz fasziniert von mir seid – wer wäre das nicht?“ Er grinste, wurde ernst und fügte hinzu: “Aber ich erzähle dir diese Dinge im Vertrauen.“

Sie nickte und ging.

***

Vor einer halben Stunde war der Anruf auf Gwens Handy eingegangen. Nun bog Jack in die Coedwig Street ein und bremste scharf. Er stieg aus und ging ohne einen Kommentar am Absperrband der Polizei vorbei Richtung Wald. Owen, Gwen und Tosh stiegen aus dem Auto und warfen sich einen fragenden Blick zu. Owen verdrehte die Augen und Gwen nickte Tosh zu, die hinter Jack her eilte, während Gwen und Owen bei dem zuständigen Inspektor stehen blieben. Gwen kannte Derek Myles aus ihrer Zeit bei der Polizei. Er hatte die Morduntersuchung geleitetet, die Gwen überhaupt erst zu Torchwood geführt hatte. Die Morde mit dem außerirdischen Messer, die Suzie begangen hatte, um den Handschuh testen zu können.

Derek nickte Gwen zu und nachdem sie ihm Owen vorgestellt hatte, fragte sie: “Derek, was ist passiert?“

Er hob die Augenbrauen. “Ich wüsste gerne, was Torchwood hier sucht.“

Gwen warf Andy einen kurzen Blick zu. Er stand ein paar Schritte entfernt vor einem weißen Zelt und unterhielt sich mit Gillian. Als er Gwens Blick fing, lächelte er kurz. Sie wollte Derek nicht sagen, wer sie gerufen hatte, und meinte deshalb ausweichend: “Wir ermitteln hier.“

Derek schnaubte und schob die Hände in die Taschen seines sauber gebügelten Anzugs. Er sah in die Richtung, in der Jack verschwunden war. “Was ist mit dem los?“

“Erzählen Sie uns einfach, was wir hier haben“, meinte Owen knapp und betrat das weiße Zelt. Gwen schenkte Andy ein knappes Kopfnicken und folgte ihm. Hinter sich hörte sie Derek eintreten. Sie verzog das Gesicht und hielt sich eine Hand vor den Mund. Der Gestank war unglaublich. Es roch nach verbranntem Fleisch. Die Spurensicherung und eine Gerichtsmedizinerin hatten sich um einen schwarzen Klumpen geschart, der wohl einmal ein Mensch gewesen war.

Owen stellte seinen Koffer ab. “Eine Grillparty?“ Er ignorierte den entsetzten Blick der Gerichtsmedizinerin und kniete sich neben den verkohlten Leichnam.

Derek und Gwen beobachteten ihn, während Derek widerwillig einzusehen schien, dass er Torchwood an seinem Wissen teilhaben lassen musste. “Das ist einer der Waldarbeiter, die hier roden sollten. Ein paar neue Einfamilienhäuser sollen hier hin. Er ist gestern länger geblieben, um ein paar Messungen durchzuführen und wurde heute morgen so von seinen Kollegen gefunden.“

Owen schnalzte mit der Zunge. “Er ist gänzlich verbrannt. Woher wissen wir, dass er der ist, für den er gehalten wird?“

“Wir werden Zahnuntersuchungen durchführen lassen, aber wir sind uns ziemlich sicher“, meinte Derek. Er deutete auf den Boden um den Leichnam. “Keine Spur eines Feuers, wie ihr sehen könnt. Unsere Spurensicherung sagt, er wurde nicht hier abgelegt. Er ist hier gestorben.“

“Nur fehlen die Rückstände des Feuers“, nickte Gwen.

Owen sah zu ihr auf. “Ich muss ihn mitnehmen.“

Gwen verließ das Zelt und suchte den Wald nach Jack und Tosh ab, aber sie konnte sie nicht sehen. Jemand legte ihr eine Hand auf die Schulter und sie drehte sich zu Andy um.

“Hi“, lächelte sie.

“Hey!“ Er blickte kurz um sich, dann meinte er: “Ich lag richtig, oder? Hängt mit der ganzen Sache zusammen, wegen der wir euch gerufen haben, richtig?“

Gwen lächelte. “Du hast das Richtige getan. Wir gehen der Sache nach.“

***

Tosh stolperte über einen Ast und fluchte leise, bevor sie ihren Rucksack zurecht zog und Jack weiter durch den Wald nacheilte. Sie wusste, wo er hin wollte und war deshalb nicht allzu besorgt, ihn aus den Augen zu verlieren. Was ihr Sorgen bereitete, war, dass er entschlossen schien, etwas Dummes zu tun. Als sie sich dem Steinkreis näherte, hörte sie ihn reden: “... ihr wolltet. Das hier hat nichts mit einem Kind zu tun, oder?“

Sie blieb stehen. Er stand in der Mitte des Kreises und blickte in die Bäume. Sie konnte dort nichts erkennen.

“Macht ihr das wegen mir? Um mich zu bestrafen?“ Er schien auf eine Antwort zu warten. “Oder aus Spaß? Ihr könnt nicht schon wieder ein Kind im Visier haben.“

Tosh fuhr herum, als sie Flügelschlagen hinter sich hörte. Aber nichts war zu sehen.

“Lasst diese Stadt in Ruhe, lasst mich in Ruhe … oder ich bringe euch zur Strecke.“ Damit wandte Jack sich zu Tosh um und machte sich auf den Rückweg.

Als er sie passierte, hielt Tosh seinen Arm fest. “Haben sie dich bedroht?“

Er starrte zu ihr hinunter, Wut in seinen Augen, und die Warnung, nicht zu fragen. Sie ließ sich nicht einschüchtern. “Jack … wir müssen so etwas wissen.“

Er wandte den Blick ab und sah zu Boden. “Sie spielen nur ihre kranken Spiele.“

Tosh legte den Kopf schief. “Bist du okay?“

Er küsste ihre Stirn. “Mir geht’s gut. Fahren wir zurück.“

***

Als sie die Basis betraten, wartete Ianto mit einem Tablett und vier Tassen darauf an der Tür. Owen trat als erster durch die Tür, ein wütendes Stirnrunzeln aufgesetzt. “Ich wollte diese Leiche mitnehmen“, sagte er und nahm eine Tasse. Jack kam als nächstes und stürmte ohne ein Wort an Ianto vorbei und dann an Owen. “Ignoriere mich gefälligst nicht“, fauchte Owen und die beiden betraten Jacks Büro. Owen knallte die Tür zu und ein gedämpfter Streit war zu hören. Ianto sah zu Gwen und Tosh, die bei ihm stehen geblieben waren.

“Es lief also gut?“, fragte er.

Die Bürotür öffnete sich wieder.

“Gwen!“, bellte Owen. “Du hilfst mir. Wir müssen eine Leiche stehlen.“

Gwens Augen weiteten sich. “Oh, nein!“, sagte sie. “Ich stehle garantiert keine Leiche mit dir.“

“Nun, es wäre nicht nötig“, sagte Owen und rief die nächsten Worte in Jacks Richtung, “wenn wir nicht so überstürzt gegangen wären!“

Jack tauchte in seiner Bürotür auf. “Ihr werdet heute Nacht mit mir zu Roundstone Wood fahren. Wir sprechen mit den Feen. Ob die nun wollen oder nicht.“

“Überstunden?“, fragte Owen. “Perfekt.“ Er stellte die Tasse zurück auf das Tablett und verließ die Basis wieder. Gwen verdrehte die Augen in Toshs Richtung und folgte ihm. Jack ging in sein Büro zurück und schloss die Tür.

Ianto seufzte schwer und Tosh nickte. “Ganz deiner Meinung.“

Kapitel 14
Masterliste