?

Log in

No account? Create an account

Previous Entry | Next Entry

Weinende Erde 14/17

Serie: Mosaik
Worte: 41.067
Inhalt: Coedwig Street war lange Zeit eine friedliche Nachbarschaft, doch seit neuestem treibt sich dort ein geheimnisvolles Wesen herum, das die Anwohner verschreckt und Torchwood auf den Plan ruft. Das Team ahnt nicht, dass es sich mit einer Kraft anlegt, die älter als der Planet selbst ist … und gefährliche Verbündete hat. Und während Gwen mit Beziehungsproblemen kämpft und Ianto mit der Tatsache, dass er sich zu Jack hingezogen fühlt, scheinen die Feen noch eine Rechnung mit dem Captain offen zu haben.
Charaktere: Jack Harkness, Ianto Jones, Gwen Cooper, Toshiko Sato, Owen Harper, Rhys Williams, die Feen, Andy Davidson, Myfanwy, OCs
Pairing: Jack/Ianto, Gwen/Rhys
Rating: PG-13
Spoiler: Wie alles begann, Die Geistermaschine, Aus dunkler Vorzeit, Offenbarungen, Charaktere aus Kinder der Erde (Iantos Familie) / Romane: Slow Decay / Doctor Who: Andeutungen auf The end of the World und The Sound of Drums, sowie The Last of the Time Lords
Setting: nach Aus dunkler Vorzeit
Warnungen: MPreg eines OCs, in der Vergangenheit.
Feedback: Brauche ich wie Luft zum Atmen.
Beta: Vistin, alt_universe_me  und danian . Danke.
Disclaimer: Diese Fanfiction wurde nicht zu kommerziellen Zwecken verfasst. Die Serie Torchwood und die in ihr vorkommenden Personen gehören den verantwortlichen Produzenten und Autoren. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Kapitel 13
Masterliste

***
***


14.


“Dir ist klar, dass ich seit einer Woche darauf warte, dass du genug Zeit hast, um neue Möbel auszusuchen?“, fragte Rhys. Sogar über das Telefon war seine Missbilligung zu hören.

Gwen seufzte und heftete ihren Blick auf die Stadt außerhalb des Autos. “Es tut mir so leid, Schatz. Aber ich muss arbeiten.“

“Ja, es ist immer dasselbe“, murrte Rhys.

Owen bremste etwas schärfer als notwendig und Gwen warf ihm einen giftigen Blick zu, den er ignorierte. Sie konzentrierte sich wieder auf das Gespräch. “Rhys, so ist das wirklich nicht. Wir machen es morgen.“

“Nein, Gwen. Ich mache es heute. Ich fahre heute ins Möbelgeschäft und suche unsere Einrichtung aus. Ist ja nicht so, als würdest du das Wohnzimmer noch benutzen, oder?“ Rhys legte auf und Gwen stieß einen erstickten, frustrierten Schrei aus und schlug gegen das Armaturenbrett.

“Hey, Vorsicht!“, rief Owen. “Der Airbag!“

“Ich raste noch aus“, sagte Gwen und steckte das Handy weg.

Owen seufzte. “Ist nicht so, als wäre ich der Beziehungsexperte, aber … vielleicht solltest du Jack sagen, er kann sich seine Befehle sonst wohin stecken und heute Abend nach Hause fahren. Es reicht, wenn Tosh, Jack und ich da hin fahren. Falls wir wirklich einen vierten Mann brauchen, nehmen wir Ianto mit.“

“Nein“, sagte Gwen. “Wenn ich jetzt nachgebe, muss ich immer nachgeben und ich bin nicht die Art Frau, die für ihren Mann ihren Job schleifen lässt. Er muss das verstehen.“

Owen verdrehte die Augen. “Ja. Wird er wohl. Ist ja keine große Sache, dass du mehr Zeit in der Basis als bei ihm verbringst und zufällig mit einem der begehrtesten Junggesellen Cardiffs arbeitest. Das muss er verstehen.“

Gwen blickte ihn an. “So ist das nicht.“

“Wie ist es dann?“

Gwen seufzte schwer. “Keine Ahnung.“ Sie starrte aus dem Fenster. “Keine Ahnung.“

***

“Sir?“, fragte Ianto zögerlich und betrat Jacks Büro. Nur die Schreibtischlampe war eingeschaltet und Jack saß in seinem Stuhl zurück gelehnt, ein Glas Scotch in der Hand und die Augen geschlossen. Ianto trat leise auf den Schreibtisch zu. Jack atmete tief und reagierte nicht auf ihn. “Jack?“, fragte Ianto leise. Jack regte sich nicht, also nahm Ianto an, dass er eingeschlafen war. Er trat um den Schreibtisch herum und nahm ihm das Glas aus der Hand, um es auf den Tisch zu stellen. Er hielt inne, als er Matthew Yorks aufgeschlagene Akte auf der Tischplatte liegen sah.

“Du solltest sie wegräumen“, meinte Jack.

Ianto zuckte etwas zusammen und blickte zu ihm hinunter, bevor er langsam antwortete: “Willst du, dass ich sie wegräume?“ Jack schwieg, sein Blick auf Matthews Foto geheftet. Ianto gab ihm das Glas zurück. “Ich denke nicht“, sagte er leise.

“Ich habe ihn geliebt.“

“Ich bin sicher, er hatte diese Gefühle verdient, Sir.“

Jack lachte bitter. “Niemand hat dieses Gefühl von mir verdient, Ianto. Ich verlasse sie alle oder sie verlassen mich.“ Er leerte das Glas mit einem Zug. “Irgendwann kommt der Punkt, an dem ich … an dem mein Zustand die Beziehung zerstört.“

“Es ist also leichter, ohne zu leben?“

“Seit ein paar Jahrzehnten fahre ich damit ganz gut.“ Er seufzte. “Jetzt etwas anzufangen … ich bleibe nicht, Ianto. Irgendwann in diesem Jahrhundert … werde ich gehen. Das hat man mir versprochen.“

Ianto runzelte die Stirn und setzte zu einer Frage an, als Jacks Tür sich öffnete und Owen eintrat. “Jack, Tosh und ich haben was gefunden.“

Jack stand auf und verließ das Büro. Ianto schloss Matthews Akte und folgte ihnen dann zum Autopsieraum, wo Gwen neben Tosh gegen das Geländer gelehnt stand und auf die verkohlte Leiche auf dem Untersuchungstisch hinunter blickte. Owen räusperte sich und bezog neben der Leiche Aufstellung. “Dieser Mann ist verbrannt“, sagte er.

Jack schob die Hände in die Hosentaschen und lehnte sich an die Wand. “Warum bezahle ich dich eigentlich?“, fragte er. Ianto gesellte sich zu Gwen und Tosh.

Owen ignorierte Jacks Kommentar. “Aber er ist nicht einfach irgendwie verbrannt.“ Vorsichtig nahm er die Hand des Mannes hoch, die abgetrennt auf dem Tisch neben dem Körper gelegen hatte.

Gwen runzelte die Stirn. “Wann ist das passiert?“

“Sie ist bei der Untersuchung abgebrochen. Passiert manchmal.“ Er deutete auf die Handfläche. “Ich habe raus gefunden, woran er genau gestorben ist und es war nicht einfach ein Feuer. Hier erkennt man bei genauem Hinsehen – wofür du mich übrigens bezahlst – eine Eintrittswunde.“

Gwen runzelte die Stirn. “Von was?“

“Einer elektrischen Ladung.“

Jack stieß sich von der Wand ab und verschränkte die Arme. “Ein Blitz vielleicht?“

“Möglicherweise“, antwortete Owen. Er ließ den Arm los. “Dieser Grad der Verbrennung ist zwar ungewöhnlich für ein Blitzschlagopfer ...“

“Aber wir haben es hier mit den Feen zu tun“, nickte Jack. “Die beherrschen die Elemente, entziehen unseren Lungen die Luft oder ...“ Er schluckte. “... ertränken uns von innen heraus. Sie beherrschen das Wetter.“

Tosh ergänzte: “Sie beherrschen Blitze. Also habe ich feststellen können, wann der Mann gestorben ist. Ein ungewöhnliches Wetter zeigte sich gestern Abend um elf Uhr.“

Gwen biss sich nachdenklich auf die Unterlippe. “Er war noch spät unterwegs.“

“Er stand kurz vor einer möglichen Beförderung“, erklärte Tosh. “Heute war ein Termin mit der Bauaufsicht und dem Forstamt geplant. Er wollte sichergehen, dass alles mit rechten Dingen zugeht und keine Fehler gemacht werden. Immerhin hatten Naturschützer schon Bedenken angemeldet. Roundstone Wood ist schon sehr alt und obwohl nur ein Teil gerodet wird, stößt das Projekt auf Gegner.“

“Aber wenn das die Art ist, auf die die Feen töten, was hat dann diese Banshee mit der ganzen Sache zu tun?“, fragte Gwen.

Jack hob die Augenbrauen. “Ich schließe noch nicht aus, dass sie den Mord begangen hat. Gut möglich, dass sie dieselben Fähigkeiten hat wie die Feen. Vielleicht ist sie eine Art Schwester von ihnen.“

Tosh nickte ihm zu. “Das würde erklären, warum es keine Rissaktivitäten gab. Die haben wir im Zusammenhang mit den Feen auch nicht gefunden. Diese Banshee lebt hier auf der Erde.“

Gwen verschränkte die Arme. “Was machen wir jetzt?“

Jack sah sie an. “Sowohl die Feen als auch die Banshee lassen sich am liebsten nachts blicken. Also fahren wir heute wieder zum Wald.“

Owen schüttelte den Kopf. “Weil das ja gestern so viel gebracht hat. Die Feen reden nicht mit uns.“

“Sollte das wieder der Fall sein“, meinte Jack, “dann nehmen wir uns die Banshee vor. Ich habe gesehen, dass eines der Häuser in der Straße zum Verkauf steht. Nahe am Wald. Wir nutzen es als Basis.“

“Für was?“, fragte Owen.

“Ein Gespräch.“

“Sie wird nicht einfach kommen und fragen wie's uns so geht, Jack“, protestierte Owen.

“Doch, das wird sie. Sie ist zu mir und Ianto gekommen, als wir in der Straße auf sie gewartet haben. Sie will gehört werden. Sie wird wissen, dass wir da sind.“

***

Gwen fror. Sie versuchte, nicht daran zu denken, dass sie jetzt zu Hause sein könnte, anstatt durch den dunklen Wald zu laufen und nach den Feen zu suchen. Auf der anderen Seite zog sie Roundstone Wood momentan beinahe vor. Owen war bereits vor ein paar Minuten an einem absoluten Tiefpunkt angekommen und ging fluchend und schimpfend hinter Gwen und Tosh her. “Ich hasse Wälder“, verlieh er seinem Unmut Worte. “Sie sind schmutzig und es stinkt.“

Gwen verdrehte die Augen. “Das ist Moos. Und es riecht wundervoll.“

“Es ist widerlich“, erwiderte Owen. Tosh und Gwen warfen sich einen leidenden Blick im Schein ihrer Taschenlampen zu. Sie gingen schneller, um mit Jack Schritt halten zu können, der mit wehendem Mantel vor ihnen her eilte. Owen trottete hinter ihnen her. “Überall Pfützen und feuchte Erde und Schlamm. Und dann die Blätter, die an den Schuhen kleben bleiben und die Nüsse und Tannenzapfen, die einem auf den Kopf fallen.“

Gwen sah zu Tosh. “Darf ich ihn erschießen?“

“Jack würde dich feuern“, antwortete Tosh mit Bedauern.

Gwen seufzte. “Verdammter Mist!“

Hinter ihnen war ein dumpfer Aufprall zu hören und die Frauen blieben stehen. Sie lachten, als sie sahen, dass Owen sich mühsam wieder auf die Füße aufrappelte. Er starrte sie wütend an. “Und Wurzeln. Scheiß Wurzeln!“

“Hey!“, rief Jack. “Ein bisschen Tempo, wenn's recht ist.“ Er aktivierte das Headset. “Ianto, bei dir alles ruhig?“

***

Ianto drehte das Autoradio etwas leiser und antwortete: “Alles ruhig. Keinerlei Aktivitäten in der Straße.“

“Melde dich, falls du uns brauchst. Wage es ja nicht, auf die Idee zu kommen, alleine hinter ihr her zu jagen, falls sie auftaucht.“

“Verstanden, Captain.“

Jack unterbrach die Verbindung. Ianto drehte das Radio wieder lauter und sah aus dem Frontfenster des SUVs hinaus auf die Coedwig Street. Aber alles war ruhig. Die Häuser lagen dunkel da und niemand war unterwegs. Ianto war etwas nervös und checkte zum wiederholten Male, ob seine Waffe geladen war. Dann lehnte er sich in den Fahrersitz zurück und wartete.

***

Als sie den Steinkreis sehen konnten, blieb Jack stehen. “Ihr bleibt hier“, sagte er.

“Was?“, fragte Gwen ungläubig. “Kommt nicht in Frage.“

Er schenkte ihr einen strengen Blick. “Die Wahrscheinlichkeit, dass sie mit mir reden, ist größer.“

“Wieso?“, fragte Gwen.

Jack blickte sie warnend an. “Keine Diskussion.“

Owen trat gegen einen Stein. “Wozu sind wir überhaupt mitgekommen?“, fragte er.

Jack kniff die Lippen zusammen. “Keine Diskussion“, wiederholte er und ging auf den Steinkreis zu, die Taschenlampe erhoben.

Owen schnaubte. “Ja, wir warten und frieren uns sonst was ab.“

Gwen warf ihm einen schiefen Blick zu. “Ist nicht so, als würde ich das vermissen, was du dir abfrieren könntest.“ Ihr Blick rutschte zu seinem Schoß und Tosh kicherte. Owen zeigte beiden Frauen den Finger.

Jack blieb nur wenige Schritte vor dem Steinkreis stehen. “Ich bin hier“, sagte er leise. “Ihr schuldet mit zumindest eine Erklärung, immerhin war ich derjenige, der euch euer letztes auserwähltes Kind gegeben hat.“

Ein Lachen. Was immerhin mehr war, als er am Mittag bekommen hatte.

“Daran erinnert ihr euch also“, sagte er nickend. Ein Lichtblitz zwischen den Bäumen. “Ihr habt euch Estelle genommen – ohne jeden Grund. Ihr habt euch Jasmine genommen. Ihr schuldet mir etwas!“ In den Bäumen raschelte es, dann sah er sie. Sie erschienen in ihrer wahren Gestalt und schwebten zwischen Zweigen. Manche saßen an den Stämmen. Er hörte, wie hinter ihm Waffen entsichert wurden. “Das bringt nichts!“, rief er seinem Team zu.

Owen meinte: “Ja, wir gehen nur auf Nummer sicher, wenn du nichts dagegen hast!“

Jack wandte sich wieder den Feen zu. Eine von ihnen schwebte etwas näher als die anderen über dem Boden und blickte ihn mit einem Lächeln an, das ihre spitzen Zähne sehen ließ. “Wir begleichen unsere Schuld bei dir bereits“, sagte sie und es hörte sich an, als würden mehrere Feen gleichzeitig reden.

Jack konzentrierte sich auf die Fee, die ihm am nächsten war, da sie scheinbar die Sprecherin der Gruppe war. “Indem ihr unschuldige Menschen tötet.“

“Wir haben niemanden getötet.“

“Das glaube ich euch nicht.“

Die Feen lachten. “Unsere Schwester hat das getan.“

Jacks Griff um die Taschenlampe wurde fester. “Warum?“ Sie lachten nur. Mit zusammengebissenen Zähnen verlangte er: “Dann stoppt sie.“

“Das können wir nicht.“ Sie lachten wieder.

Jack stemmte seine freie Hand auf die Hüfte. “Dann stoppen wir sie.“

Die Feen fauchten und ihre Gesichter verzogen sich zu wütenden Fratzen. “Das könnt ihr nicht. Sie würde euch töten.“

“Mich kann man nicht töten“, antwortete Jack.

“Du hast nicht genug Kraft, um sie aufzuhalten, Jack Harkness.“ Einige von ihnen wiederholten “Nicht genug, Jack Harkness“ und lachten. Die vorderste der Feen kam noch näher und fragte leise: “Tut es noch weh, Jack Harkness?“

Es war eine Falle, gedacht, um ihn zu provozieren. Jack wusste das. Aber es hinderte ihn nicht daran, zu fragen: “Was?“

“Der kleine Michael.“ Die Feen lachten. “Matthew.“ Die vorderste kam ihm so nahe, dass er direkt in ihre tiefgründigen, uralten Augen blicken konnte, als sie sagte: “Estelle.“

Er hatte die Waffe gezogen, bevor er sich dessen bewusst war. Die Feen lachten und verschwanden.

“Hm“, meinte Owen hinter ihm. “Gut gemacht.“

Kapitel 15
Masterliste